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Windpocken-Impfstoffe

GSK kann wieder liefern

12.03.2014  10:06 Uhr

Von Ev Tebroke / Die Windpocken-Impfstoffe Varilix® und Priorix Tetra® sollen ab Mitte März wieder ausgeliefert werden. Das hat das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) vergangene Woche mitgeteilt.

Von Andreas van de Loo/ Die Herzinsuffizienz bedarf einer frühen und klaren Diagnose und Therapie. Bei konsequenter Umsetzung der gegebenenfalls unumgänglichen Änderungen des Lebensstils und der individuell notwendigen Medikation profitieren Betroffene sowohl mit Blick auf die Prognose als auch auf die Lebensqualität.

Aufgrund eines Herstellungsproblems hatte GSK die Lieferung vor ein paar Wochen bis auf Weiteres gestoppt. Die Untersuchungen seien nun abgeschlossen, heißt es in einer Mitteilung. Demnach sind die Ursache des Problems identifiziert und korrektive Maßnahmen eingeführt worden. 

 

Nähere Angaben machte das Unternehmen nicht. GSK zufolge können jetzt vorsorglich zunächst zurückgehaltene Chargen freigegeben werden. Sie hätten die GSK-internen Qualitätskriterien und -standards für die Freigabe erfüllt. Zumindest in der ersten Jahreshälfte sollen laut Hersteller beide Impfstoffe in den ursprünglich geplanten Mengen ausgeliefert werden. Für die zweite Jahreshälfte sei die globale Impfplanung aber aufgrund der Herstellungsprobleme noch nicht abgeschlossen. Darüber wolle man die Behörden dann zeitnah informieren, heißt es.

 

»GlaxoSmithKline bedauert erneut die entstandenen Unannehmlichkeiten für Ärzte und zu impfende Patienten sehr, aber Qualität und Sicherheit der Patienten stehen immer an oberster Stelle«, so die Entschuldigung des Unternehmens.

 

Aufgrund der GSK-Lieferprobleme hatten das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) Ende Januar in einer gemeinsamen Stellungnahme auf mögliche Engpässe bei Standard-Impfungen gegen Windpocken hingewiesen. Auch hatte die AOK Baden-Württemberg den Exklusiv-Rabattvertrag für Varilix bis auf Weiteres ausgesetzt. /

Die »Chronische Herzinsuffizienz« ist eine der häufigsten Aufnahmediagnosen in deutschen Krankenhäusern. In Deutschland sind etwa zwei Millionen Patienten betroffen, man rechnet mit etwa 250 000 Neuerkrankungen jährlich. 10 Prozent der 85-jährigen Menschen leiden unter einer Herzinsuffi­zienz.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Zustand der chronischen Herzinsuffizienz als einen krankhaften Zustand definiert, bei dem die Leistung des Herzens nicht dem Bedarf des Organismus entspricht. Diese Definition macht deutlich, dass die chronische Herzinsuffizienz als Systemerkrankung zu verstehen ist.

 

Die alleinige Betrachtung der Pumpleistung (Ejectionsfraction; EF) des Herzens ist nicht ausreichend. Daher wird die Herzinsuffizienz bei erhaltener linksventrikulärer Pumpleistung (Heart failure with preserved Ejection Fraction; HFpEF) von der Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer regulärer Pumpleistung (HFrEF) unterschieden (1,2).

 

Zwischen diesen beiden Gruppen wird die Herzinsuffizienz mit mittelgradig reduzierter linksventrikulärer Funktion (HFmrEF) definiert. Durch die aktuelle Entwicklung der Bevölkerungszahlen und der Möglichkeiten der modernen Medizin und hier unter anderem der Akutintervention bei Myokardinfarkt wird mit einer deutlichen Zunahme von Herzinsuffizienz-Patienten gerechnet.

 

Ursachen und Diagnose

 

Leitsymptom der Herzinsuffizienz ist die Luftnot bei körperlicher Belastung. Mithilfe der sehr gebräuchlichen Klassifizierung der New York Heart Association (NYHA) ist es bei sorgfältiger Anamnese möglich, Patienten aufgrund der Ausprägung der Belastungs-Luftnot in fünf Gruppen einzuteilen (siehe Tabelle 1). Die Zuordnung einer NYHA-Klasse korreliert ausgesprochen gut mit der Prognose.

 

Neben der Belastungsdyspnoe können eine Ödembildung im Bereich der Knöchel und Unterschenkel, »Herzstolpern«, vermehrtes Schwitzen bei Belastung oder zum Beispiel Müdigkeit und Schwindelgefühle weitere Symptome einer Herzinsuffizienz sein (3).

 

Ursächlich für die Entwicklung einer chronischen Herzinsuffizienz ist in westeuropäischen Gesellschaften die arterielle Hypertonie, der Diabetes mellitus sowie die koronare Herzerkrankung. Weitere, seltenere Ursachen sind Entzündungen von Herzmuskel und Perikard sowie Erkrankungen des Klappenapparats wie die Aortenklappenstenose oder die Mitralklappeninsuffizienz. Das Herz kann zudem erheblich betroffen auch von einer Sarkoidose oder Amyloidose sein.

Nicht selten sind medikamentös toxische Schäden des Myokards als Folge einer Chemotherapie zu beobachten. Auch Störungen des Herz-Rhythmus führen zur Ausbildung einer Herzinsuffizienz. So fällt zum Beispiel unter einer zu langsamen Herzaktion das Herzminutenvolumen kritisch ab. Auch bei deutlich zu schnellem Herzschlag wie bei der Tachyarrhythmia absoluta bei Vorhofflimmern oder einer Kammertachykardie kann es zu einem kritischen Abfall der Pumpleistung und damit zur Ausbildung einer Herzinsuffizienz, also einer Tachykardiomyopathie, kommen.

 

Bei der ärztlichen Untersuchung findet man einen beschleunigten Ruhepuls, eine Halsvenen-Stauung, manchmal eine Blaufärbung der Lippen oder der Finger, den sogenannten dritten Herzton beziehungsweise Ödembildungen in den abhängigen Körperpartien, also Rücken, Gesäß und Unterschenkel. Bei fortgeschrittener Erkrankung und Lungenstauung lassen sich über der Lunge feuchte Rasselgeräusche hören.

 

Bei der Verdachtsdiagnose Herzinsuffizienz muss es oberstes Ziel sein, schnell die wahrscheinliche Ursache zu erkennen. Die genaue Diagnose ist Basis jeder wirksamen Therapie. Dabei gibt das 12-Kanal-Ruhe-EKG Hinweise auf das Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung wie zum Beispiel einen Myokard-Infarkt beziehungsweise relevante Herz-Rhythmus-Störungen. Umfassende Laboruntersuchungen können Hinweise auf Elektrolytstörungen, Schädigungen der Nierenleistung, Veränderungen des Blutbilds, Risikokon­stellationen des Blutfett-Stoffwechsels wie Hypercholesterinämie oder aber Leber-Schädigungen geben.

 

Eine sehr hilfreiche Laboruntersuchung ist zudem die Bestimmung des »brain natriuretic peptids« (BNP). Dieses Peptidhormon trägt seinen Namen, weil es erstmals aus dem Gehirn von Schweinen isoliert worden ist. Bei Menschen wird dieses Hormon im Herzen synthetisiert und ausgeschüttet, wenn eine Volumenüberladung oder eine arterielle Hypertonie vorliegt (4,5).

BNP erhöht die renale Filtrationsrate und senkt die Ansprechbarkeit von Rezeptoren des Hirnstamms für sympathische Impulse. Auf diese Weise wird mehr Urin ausgeschieden, der Blutdruck wird gesenkt. In der klinischen Routine erlaubt die BNP-Identifizierung die Differenzierung einer eher kardialen (BNP hoch) oder eher pulmonal bedingten (BNP normal) Luftnot.

 

Entscheidende technische Untersuchung zur Sicherung der Diagnose ist die Echokardiografie zur Bestimmung der Pumpleistung und Ejektionsfrak­tion. Mit ihrer Hilfe lassen sich auch ­regionale Wandbewegungsstörungen der linken Herzkammer, Fehlfunktionen der Herzklappen oder weitere strukturelle Veränderungen des Herzens sicher feststellen.

 

Zur sicheren Klärung der koronaren Anatomie und möglicher relevanter Durchblutungsstörungen des Herzmuskels ist in der Regel früh die Koronarangiografie indiziert (6). Wird eine koronare Herzerkrankung festgestellt, so ergibt sich die Indikation zur konsequenten und möglichst vollständigen Revaskularisierung (Abbildung 1).

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