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Neues Psychopharmakon

Loxapin erhält EU-Zulassung

12.03.2013
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Von Annette Mende / Die Europäische Kommission hat das Psychopharmakon Loxapin (Adasuve®) zur Behandlung von milder bis moderater Agitiertheit bei Erwachsenen mit Schizophrenie oder bipolarer Störung zugelassen. Die britische Firma Alexza bringt das Präparat als Pulverinhalation auf den Markt, die pro Dosis 9,1 beziehungsweise 4,5 mg Loxapin enthält. Bei agitierten Patienten führte die Inhalation von Loxapin in den beiden zulassungsrelevanten Studien zu einem raschen Rückgang der Unruhesymptome, der stärker ausfiel als unter Placebo.

Loxapin ist ein Antagonist an dopaminergen D2-Rezeptoren und serotonergen 5-HT2A-Rezeptoren. Darüber hinaus bindet die Substanz an noradrenerge, histaminerge und cholinerge Rezeptoren, was für die pharmakologische Wirkung vermutlich auch eine Rolle spielt. Die Therapie soll mit der Inhalation von einmal 9,1 mg Loxapin beginnen. Bei unzureichender Symptomkontrolle kann nach zwei Stunden eine weitere Loxapin-Gabe in dieser Dosierung erfolgen. Die niedrigere Dosis von 4,5 mg Loxapin kann der Arzt verordnen, wenn der Patient die höhere Dosis nicht vertragen hat.

 

Da die Gefahr besteht, dass der Patient nach Inhalation von Loxapin einen Bronchospasmus entwickelt, darf das neue Präparat nur in der Klinik und unter Aufsicht eines Arztes angewendet werden. Für den Notfall müssen kurz wirksame Beta-Sympathomimetika zur Verfügung stehen. Bronchospasmen traten in den Zulassungsstudien bei Patienten mit gesunden Atemwegen selten auf. Bei Patienten mit einer aktiven Atemwegserkrankung kam es aber häufig zu solchen Zwischenfällen, die den Einsatz von Beta-Sympathomime­tika nötig machten. Abgesehen davon waren die häufigsten Nebenwirkungen Geschmacksstörungen, Sedierung und Schläfrigkeit sowie Schwindel. / 

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