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Grünes Licht

Lampe an, Schmerz aus

08.03.2017
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Von Annette Mende / Grünes Licht aus LED-Lampen könnte ein neuer analgetischer Behandlungsansatz werden. Zumindest in einem Tierversuch mit Ratten war die Methode bereits erfolgreich, wie ein Team um Professor Dr. Mohab Ibrahim von der University of Arizona im Fachjournal »Pain« berichtet.

 

Ratten, die grünem Licht der Wellenlänge 525 nm ausgesetzt waren, zeigten eine signifikante Erhöhung der Schmerzschwelle (DOI: 10.1097/j.pain.0000000000000767). Das galt sowohl für gesunde Tiere als auch für solche mit chronischen Schmerzen aufgrund einer Neuropathie.

 

Die Forscher setzten die Tiere acht Stunden pro Tag grünem Licht aus am Käfig befestigten LED-Lampen aus. Die Schmerzempfindlichkeit testeten sie, indem sie einzelne Pfoten der Ratten zunehmender Hitze aussetzten und maßen, bei welcher Temperatur die Tiere sie zurückzogen. Die schmerzlindernde Wirkung der Lichttherapie hielt nach deren Ende noch vier Tage lang an. Nebenwirkungen oder eine Gewöhnung wurden nicht beobachtet.

 

Interessanterweise zeigte sich derselbe Effekt bei Ratten, denen die Forscher grüne Kontaktlinsen eingesetzt hatten und die normalem Raumlicht ausgesetzt waren. Bei Tieren mit Linsen, die grünes Licht herausfilterten, war dagegen kein analgetischer Effekt feststellbar. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass das visuelle System die Schmerzlinderung vermittelt. Sie vermuten, dass grünes Licht die Ausschüttung von Enkephalinen im zentralen Nervensystem anregt. Diese körpereigenen Substanzen wirken wie Opioide. Für diese Theorie spricht, dass sich die Wirkung des grünen LED-Lichts mit dem Opioid-Antagonisten Naloxon aufheben ließ. Studien mit Menschen müssen jetzt klären, ob die Lichttherapie auch bei ihnen diese positiven ­Effekte hat. /

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