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Arzneistoff-Allergie

Auslöser kaum gemieden

01.03.2011
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Von Christina Hohmann / Mehr als 7 Prozent der Bevölkerung leiden an einer Arzneimittel-Unverträglichkeit, viele davon reagieren allergisch. Arzneimittel-Allergiker sind langfristig stark gefährdet: Jeder Dritte nimmt einige Jahre nach der Diagnose wieder ein Medikament mit dem Allergieauslöser ein.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Allergologen Professor Dr. Thomas Fuchs und seines Teams von der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen. Die Arbeitsgruppe hatte 80 Patienten mit einer Allergie auf nicht-steroidale Schmerzmittel wie ASS, Paracetamol, Diclofenac oder Ibuprofen nach ihren Erfahrungen einige Jahre nach der Diagnose befragt. 41 Prozent hatten trotz der bekannten Allergie erneut das auslösende Medikament eingenommen.

Die häufigsten Ursachen: Die Betroffenen kennen den Allergieauslöser oder sichere Alternativen nach einigen Jahren nicht mehr oder nehmen Medikamente ein, ohne den Beipackzettel auf entsprechende Inhaltsstoffe zu prüfen. In einigen Fällen hatten auch Ärzte ein Medikament mit dem Allergieauslöser verordnet. Und mehrere Patienten nahmen absichtlich ein allergieauslösendes Medikament ein – aus Neugier, ob wohl wieder eine Reaktion auftritt.

 

»Patienten mit einer Allergie auf Arzneistoffe vergessen oder ignorieren die Empfehlungen ihres Allergologen mit der Zeit. Erschreckend ist, dass sich sogar Ärzte über unsere Empfehlungen hinwegsetzen und den Allergieauslöser verordnen«, sagte Fuchs laut einer Pressemitteilung des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen. Die Folgen können schwerwiegend sein, im schlimmsten Fall droht ein Schock mit Lebensgefahr. Die Untersuchung zeigt, wie wichtig die intensive Aufklärung von Menschen mit einer Medikamenten-Allergie ist. Laut Fuchs sollten sich die Betroffenen ein Jahr nach der Diagnose erneut bei einem Allergologen vorstellen. Außerdem rät er den Patienten, immer einen Allergiepass bei sich zu haben. »Menschen mit einer Medikamenten-Allergie sollten ihre Ärzte auch aktiv darauf hinweisen, damit gewährleistet ist, dass kein Medikament mit dem Allergieauslöser verordnet wird«, empfiehlt der Experte. / 

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