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Atypische Knochenbrüche bei Therapie mit Bisphosphonaten

01.03.2011  16:40 Uhr

Von Maria Pues / Bisphosphonate können bei einer Therapiedauer ab fünf Jahre das Risiko für untypische Frakturen erhöhen. Diesen bereits seit Längerem bestehenden Verdacht stützen die Ergebnisse einer im Journal of the American Medical Association erschienenen aktuellen Studie (doi: 10.1001/jama.2011.190). Die Ergebnisse widersprechen allerdings denen älterer Untersuchungen, in denen ein solcher Zusammenhang nicht festgestellt wurde. In diesen betrug der Beobachtungszeitraum jedoch nur drei bis vier Jahre.

Über einen Zeitraum von sieben Jahren beobachteten die Autoren der aktuellen Studie ihre Probandinnen. Dabei stellten sie erwartungsgemäß eine Abnahme zum Beispiel von Oberschenkelhalsbrüchen unter der Therapie mit Bisphosphonaten fest.

Sie registrierten jedoch auch die Zunahme des Risikos für atypische Frakturen, etwa im Bereich der unterhalb des Oberschenkelhalses gelegenen Rollhügel (subtrochantäre Frakturen) sowie des Oberschenkelschaftes. Frauen, die Bisphosphonate über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren eingenommen hatten, erlitten diese fast dreimal häufiger als diejenigen, die nur etwa drei Monate Bisphosphonate angewendet hatten.

 

Die Nutzen-Risiko-Bewertung der Autoren fällt trotzdem zugunsten der Bisphosphonat-Behandlung aus. Weitere Forschung auf diesem Gebiet sei allerdings erforderlich, schreiben sie in ihrem Kommentar. Um zu vermeiden, dass Frauen unnötigerweise Bisphosphonate einnehmen, sei etwa die Möglichkeit, das Frakturrisiko im Rahmen einer Osteoporose abzuschätzen, wünschenswert. Auch der Nutzen einer Behandlungspause könne geprüft werden sowie Subgruppenanalysen, um Patientinnen mit einem erhöhten Risiko für atypische Knochenbrüche frühzeitig zu identifizieren. / 

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