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Wie wirken Corticoide abschwellend?

21.02.2017
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PZ / Wie kommt die abschwellende Wirkung von Corticoid-haltigen Nasensprays bei Heuschnupfen zustande? Diese Frage an den PZ-Expertenrat beantwortet Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz.

 

Frage: Wir haben uns gefragt, wie Corticoide abschwellend wirken: ausschließlich über die Entzündungshemmung (was die verzögerte Wirkung erklären würde) oder auch über eine direkte Gefäßwirkung wie die bei Schnupfen angewendeten Sympathomimetika? Immerhin werden Cortico­ide ja auch hoch dosiert bei Hirnödem oder Angioödem angewendet.

 


Antwort: Im Vordergrund der allergischen Rhinitis stehen eine behinderte Atmung, Niesen, Juckreiz und die laufende Nase (Rhinorrhö). Wegen ihrer anti­allergischen und antientzündlichen Wirkung haben sich Glucocorticoid- haltige Nasensprays in dieser Indikation etabliert. Sowohl die Leitlinie der deutschen Gesellschaft für Allergo­logie und klinische Immunologie als auch die der internationalen ARIA (Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma)-Arbeitsgruppe empfehlen diese als Mittel erster Wahl. Sehr häufig wird Mometason­furoat angewandt. Es weist mit weniger als 1 Prozent zugleich die geringste systemische Bioverfügbarkeit auf. Es bleibt festzuhalten, dass die positiven Effekte der Gluco­corticoide auf die nasale Verstopfung ausschließlich auf den anti­allergischen und antientzündlichen Wirkungen dieser Arzneistoffklasse beruhen, das heißt eine lokale abschwellende Wirkung im Sinne einer direkten Vasokonstriktion gibt es nicht. Die verzögerte Wirkung der Glucocorticoide ist – wie von Ihnen richtig angemerkt – genau darauf zurückzuführen. /

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