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Wie viel vom Körper ist Fett?

21.02.2012
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Von Maria Pues / Der neue Body-Adiposity-Index (BAI) liefert keine präziseren Ergebnisse als Body-Mass-Index (BMI) und Taillenumfang, wenn es darum geht, den prozentualen Körperfett­anteil eines Menschen abzuschätzen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), der Universitätsklinik Tübingen und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung in einer Studie in der Fachzeitschrift »Diabetologica« (doi: 10.1007/s00125-012-2499-z).

Der BAI ist eine Kennzahl, die schnell darüber Auskunft geben soll, wie viel Prozent des Körpergewichts das Fettgewebe ausmacht. Er berechnet sich nach folgender Formel: Hüftumfang in Zentimetern / (Körperlänge in Metern) x 1,5 - 18 = prozentualer Körperfettanteil.

Für ihre Untersuchung griffen die Wissenschaftler auf Daten aus bereits vorliegenden Studien zurück. Als Goldstandard zur Körperfettmessung dienten MRT-Messungen.

 

Der BMI stehe sogar in einer engeren Beziehung zum Körperfett als der BAI, erläuterte Professor Dr. Matthias Schulze vom DIfE. »Insbesondere bei männlichen Studienteilnehmern war die Einschätzung des prozentualen Körperfettanteils anhand des BAI ungenau.« Auch bei der Bestimmung des Diabetes-Risikos der Studienteilnehmer sei der BMI dem BAI überlegen.

 

Allerdings besaßen beide Indizes hinsichtlich der Diabetes-Risiko-Einschätzung eine geringere Aussagekraft als der gemessene Taillenumfang. »Unserer Ansicht nach kommt der BAI somit nicht als Alternative zum BMI in Betracht. Das Messen des Bauchumfangs zusätzlich zum BMI ist dagegen sinnvoll«, sagte Professor Dr. Norbert Stefan von der Uni Tübingen. / 

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