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Rx-Versandverbot

Schlechter Tag für Versandhändler

14.02.2018
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Von Daniel Rücker, München / Der Chef des Schweizer Doc-Morris-Mutterkonzerns Zur Rose, Peter Oberhänsli, war Überraschungsgast auf dem Kooperationsgipfel des Bundes­verbands der Apothekenkooperationen. Dort äußerte er seinen Unmut über das von der Groko geplante Rx-Versandverbot.

Für den Geschäftsführer des Versandhändlers Zur Rose, Peter Oberhänsli, war der vergangene Mittwoch ein schlechter Tag. Die Große Koalition hat sich darauf verständigt, den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zu verbieten. Für die Apotheker in Deutschland war es hingegen – aus eben diesem Grund – ein guter Tag.

Die Veranstalter des Kooperationsgipfels des Bundesverbands Deutscher Apothekenkooperationen in München hatten also mit ihrem Überraschungsgast Oberhänsli voll ins Schwarze getroffen: Mit ihm hatten sie den Konzernchef eingeladen, der sich über ein mögliches Rx-Versandverbot am meisten ärgern würde.

 

Der Chef von Zur Rose und Doc Morris dürfte erhebliche Probleme für sein Geschäftsmodell bekommen. Deutschland ist der Kernmarkt der ausländischen Versender. Oberhänsli machte in einer Gesprächsrunde im Rahmen der Veranstaltung keinen Hehl aus seinem Ärger. Immerhin tröstete er sich selbst mit der vagen Hoffnung, dass das Versandverbot europarechtlich nicht durchzusetzen sei.

 

Angriff steht noch bevor

 

Bis es so weit sei, werde sich Zur Rose auf den OTC-Markt konzentrieren, kündigte Oberhänsli an. Er sieht sein Unternehmen trotz des Rückschlags weiterhin im Wachstum. Bis sich amerikanische Unternehmen auf dem europäischen Markt breit machten, werde noch einige Zeit vergehen. Derzeit seien Google und Amazon vornehmlich auf dem US-Markt engagiert. Der tatsächliche Angriff auf den europäischen Markt stehe noch bevor. Den Offizin-Apothekern riet er, nicht zu lange am Altbewährten festzuhalten. /

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