Pharmazeutische Zeitung online
Medizinisches Cannabis

Nachfrage steigt nur noch moderat

13.02.2018
Datenschutz bei der PZ

Von Anna Pannen / Die Nachfrage nach medizinischem Cannabis steigt nicht mehr so sprunghaft wie noch in den ersten Monaten seit der gesetzlichen Einführung im vergangenen März. Das hat der Informationsdienstleister IQVIA in einer Datenanalyse herausgefunden. Dafür wertete das Institut die Verordnungszahlen der vergangenen Monate aus.

 

Demnach war die Nachfrage nach Cannabis-Produkten in Apotheken im Frühjahr und Sommer zunächst steil gestiegen. Wurden im März noch rund 3500 GKV-Rezepte abgerechnet, waren es im Juli bereits knapp 6000. Ein Beispiel: Im Mai wurden 26 Prozent mehr Cannabisprodukte abgegeben als im April. Dieser anfängliche Boom ist nun anscheinend vorbei. Seit Juli sei der Anstieg nur noch moderat, teilte IQVIA mit. So gingen im September rund 7000 Rezepte über den HV-Tisch, im Oktober waren es etwa 7300 – eine Steigerung um nur noch 5 Prozent. Den Grund vermuten die Analysten in der Tatsache, dass viele Menschen inzwischen wüssten, dass ein großer Teil der Anträge von den Krankenkassen abgelehnt wird. Auch Lieferengpässe könnten eine Rolle spielen, erklärte IQVIA.

 

Seit der Gesetzesänderung im März dürfen Ärzte schwerkranken Patienten Cannabis zur Linderung verschreiben, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Die IQVIA-Auswertung zeigt, dass seitdem vor allem die Verordnungszahlen für die Cannabis-Fertigarzneimittel Sativex® und Canames® langsam und stetig ansteigen. Beide Mittel gelten als vergleichsweise gut bezahlbar und in der Anwendung kontrollierbar, auch gab es noch nie Lieferschwierigkeiten. Die Nachfrage nach cannabishaltigen Zubereitungen steigt ebenfalls recht kontinuierlich. Die Abgabezahlen für unverarbeitete Cannabisblüten schwanken dagegen, da bestimmte Sorten immer wieder nicht lieferbar sind. /

Mehr von Avoxa