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Karies

Vorsorge schon für Säuglinge

11.02.2014
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Von Daniela Biermann / Schon Babys und Kleinkinder sollen in Zukunft ein Recht auf regelmäßige Zahnarztbesuche haben. Das fordern Zahnärzte und Hebammen in einem neuen Konzept zur Prävention von frühkindlichem Karies.

 

Bislang steht der erste reguläre Zahnarztbesuch erst ab dem 30. Lebensmonat, also mit zweieinhalb Jahren an. »Das ist eindeutig zu spät«, sagt Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung in einer Pressemitteilung. Eine dental-präventive Betreuung durch den Zahnarzt sei vom ersten Milchzahn an wichtig. Dieser bricht in der Regel zwischen dem fünften und zehnten Lebens­monat durch.

 

Während nach Angaben der Zahnärzte die Karies-Häufigkeit der bleibenden Zähne in den vergangenen Jahren abgenommen hätte, sei sie bei den Milchzähnen gestiegen. Schätzungen zufolge leiden 10 bis 15 Prozent der Kleinkinder in Deutschland am sogenannten »Nuckelflaschen-Karies«, in sozialen Brennpunkten liegt die Rate bei bis zu 40 Prozent. Erst im Schulalter werden dank umfangreicher Prävention wieder bessere Werte erzielt. Ziel des Konzepts: Im Jahr 2020 sollen 80 Prozent der Sechsjährigen kariesfrei sein.

 

Dazu sollen Eltern unter anderem besser über Zahnhygiene und Ernährung informiert werden. Außerdem sollen Kinder an drei zusätzlichen zahnärztlichen Früherkennungs­untersuchungen (FU) teilnehmen können: Die erste zwischen dem 6. bis 9. Lebensmonat, die zweite zwischen 10. und 20. und die dritte ab dem 21. Lebensmonat. /

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