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Hirndoping

Fast jeder fünfte Student in Versuchung

31.01.2012
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PZ/dpa / Jeder 20. Student nimmt Tabletten ein, um seine Leistung zu steigern oder dem Uni-Stress besser standzuhalten. Weitere 5 Prozent versuchen sich mit Vitaminen, Homöopathika, pflanzlichen Substanzen oder Coffein aufzuputschen. Das geht aus einer repräsentativen Untersuchung des HIS-Instituts für Hochschulforschung im Auftrag des Bundesgesundheits­ministeriums hervor.

Grundsätzlich sind 17 Prozent der Studierenden bereit, leistungssteigernde Mittel einzunehmen. Besonders verbreitet sei das sogenannte Hirndoping unter Tiermedizinern (18 Prozent) Sportwissenschaftlern (14 Prozent) und Humanmedizinern (7 Prozent), erläuterte die Autorin Elke Middendorff. Sie wertete die Angaben von knapp 8000 Studierenden aus. Von den Konsumenten nehmen 35 Prozent Medikamente wie Analgetika, Antidepressiva, Antidementiva und Beruhigungsmittel ein. 23 Prozent nutzen Cannabis. 18 Prozent schlucken Methylphenidat, 9 Prozent Amphetamine und 4 Prozent Modafinil. 12 Prozent besorgen sich Betablocker.

 

Die Studenten beziehen die Medikamente von Freunden, über illegale Internet-Apotheken oder lassen sie sich vom Arzt verschreiben. Hirndoping sei unter Studenten insgesamt nicht weiter verbreitet als in der Gesamtbevölkerung, betonte die Soziologin Middendorff. Auffällig sei allerdings, dass ältere angehende Akademiker, die möglicherweise bereits in Prüfungen gescheitert sind, überdurchschnittlich häufig zu Medikamenten oder Cannabis greifen.

 

12 Prozent der 28- bis 29-Jährigen haben der Studie zufolge Erfahrung mit Hirndoping. Wer versucht, sich mit Medikamenten aufzuputschen, trinkt oftmals auch viel Alkohol und raucht. »Es sind häufig typische Suchtcharaktere«, sagte die Studienautorin. Erst eine Wiederholung der Befragung in einigen Jahren könne Aufschluss darüber geben, ob Hirndoping an den Unis tatsächlich auf dem Vormarsch ist, wie einige Lehrende beobachten.  / 

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