Pharmazeutische Zeitung online
Datenklau

Klageschrift ist zugestellt

22.01.2014  12:01 Uhr

Von Anna Hohle / In der Affäre um den vermuteten Datendiebstahl im Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat die Staatsanwaltschaft Berlin nun offiziell Anklage gegen den ehemaligen Mitarbeiter eines IT-Unternehmens sowie einen Lobbyisten und ehemaligen Sprecher der ABDA – Bundesver­einigung Deutscher Apothekerverbände erhoben.

 

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Behörde diesen Schritt angekündigt, nun haben beide Angeklagten die Anklageschrift offiziell per Post erhalten. Den Beschuldigten werde vorgeworfen, »sich in den Jahren 2009 bis 2012 in insgesamt 40 Fällen unbefugt Zugang zu vertraulichen Daten aus dem BMG verschafft und diese für eigene wirtschaftliche Zwecke verwendet zu haben«, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag in einer Presseerklärung mit. Der Systemadministrator H., dessen Arbeitgeber Aufträge durch das BMG erhielt, habe den Pharmalobbyisten B. 2006 über das Internet kennengelernt, heißt es. H. habe gezielt E-Mail-Postfächer von Mitarbeitern des BMG geknackt, um B. Informationen aus dem Apotheken- und Pharmabereich zuzuspielen. Dafür habe er jeweils etwa 500 bis 700 Euro er­halten.

 

Mit dem Material habe sich B. der Anklage zufolge vor allem einen Informationsvorsprung in Bezug auf aktu­elle Gesetzesentwürfe verschaffen wollen, heißt es weiter. Der Lobbyist war von 2007 bis 2011 Pressesprecher der ABDA gewesen und hatte sich vor einigen Jahren mit einem Apotheken-Informationsportal selbstständig gemacht. Dem Systemadministrator H. werden neben dem Datenklau auch weitere Straftaten zur Last gelegt: Er soll in eine Wohnung eingebrochen haben sowie kinderpornografisches Bild- und Videomaterial besessen haben. /

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