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Coffein erhöht Fehlgeburtenrisiko

22.01.2008  13:56 Uhr

Coffein erhöht Fehlgeburtenrisiko

Von Christina Hohmann

 

Schon zwei Tassen Kaffee pro Tag in der Schwangerschaft verdoppeln das Risiko für eine Fehlgeburt. In den ersten zwölf Wochen ist es daher ratsam, weitestgehend auf Coffein zu verzichten.

 

Schon seit Längerem ist aus Studien bekannt, dass Coffein das Risiko für Fehlgeburten erhöhen kann. Doch die Wirkung der Substanz konnte bislang schlecht untersucht werden, weil viele Schwangere wegen morgendlicher Übelkeit oder einer Aversion freiwillig auf Kaffee verzichten. Eine genauere Analyse veröffentlichten jetzt Dr. De-Kun Li und seine Mitarbeiter von der Wissenschaftsabteilung der US-amerikanischen Organisation Kaiser Permanente, die neben einer Krankenversicherung auch Klinikbetreiber, Ärzteorganisation und Apothekenkette ist. Die Forscher werteten die medizinischen Daten von 1063 Kaiser-Permanente-Versicherten aus, die zwischen 1996 und 1998 schwanger waren. Dabei wurden nur Frauen berücksichtigt, die in der Schwangerschaft ihren Coffeinkonsum nicht wegen Übelkeit oder einem Widerwillen gegen Kaffee veränderten.

 

Die Auswertung ergab, dass Frauen, die mehr als 200 mg Coffein täglich konsumierten, ein doppelt so hohes Risiko für eine Fehlgeburt hatten wie Frauen, die kein Coffein zu sich nahmen. Diese Menge entspricht etwa zwei Tassen Kaffee oder 1,5 Litern coffeinhaltiger Cola. Coffeinmengen von weniger als 200 mg täglich erhöhten das Risiko noch um 40 Prozent, berichten die Forscher im »American Journal of Obstetrics and Gynecology« (Doi: 10.1016/j.ajog.2007.10.803). Dabei war es gleichgültig, ob das Coffein aus Kaffee, Tee, Cola oder Schokolade stammte. Eine Tafel halbbittere Schokolade enthält etwa 90 mg Coffein. Die meisten Fehlgeburten treten in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen auf. In dieser frühen Phase sollten Schwangere mit ihrem Coffeinkonsum besonders vorsichtig sein und weitestgehend auf coffeinfreie Alternativen umsteigen, rät Li. Als Wachmacher besser geeignet seien Spaziergänge an der frischen Luft, Yoga-Übungen oder getrocknetes Obst und Nüsse.

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