Pharmazeutische Zeitung online

Nachgefragt

04.01.2011
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Von Brigitte M. Gensthaler / Die Gesundheitspolitik bereitet den Apothekern viele Sorgen, aber sie verlieren den Mut nicht. Im Gegenteil: Viele wollen pharmazeutisch aufrüsten.

Durch das AMNOG und den erhöhten Abschlag  werden die wirtschaftlichen Spielräume deutlich enger werden. Für mich ist es umso wichtiger, meine Mitarbeiter so zu motivieren, dass sie Freude an der Arbeit haben. Und ich wünsche mir, dass ich alle behalten kann. Pharmazeutisch haben wir uns viel vorgenommen. Wir streben die zweite Rezertifizierung des Apotheken-QMS an, das erfordert noch viel Arbeit vom ganzen Team. Wir wollen uns verstärkt auf unsere pharmazeutischen Kompetenzen besinnen und diese stärker aktiv nach außen zeigen. Unser Angebot an Schulungen für Patienten und Pflegedienste wollen wir ausweiten und noch professioneller angehen. Mein persönliches Ziel: den theoretischen Teil der Weiterbildung Allgemeinpharmazie abzuschließen.

Dr. Antje Mannetstätter, Inhaberin der Hirsch-Apotheke, Schmalkalden

Gesundheitspolitisch wird im neuen Jahr  nichts besser werden. Im Gegenteil, die Patienten sind unzufrieden und verunsichert durch die Substitution infolge der Rabattverträge. Wir versuchen, in der Beratung einen Mittelweg zu finden und ihnen die wechselnden Arzneimittel zu erklären. Das ist für beide Seiten sehr belastend und schwierig. Dennoch finde ich das Gespräch mit den Kunden und Patienten am wichtigsten an meinem Beruf. Wir betreuen viele Senioren und Diabetiker, die mit Fragen zu ihrer Erkrankung und zur Ernährung zu uns kommen. Ich versuche mich in die Patienten einzufühlen, um jeden individuell zu Arzneimitteln und Alternativen beraten zu können.

Gabriele Weber, angestellte Apothekerin in der Hirschgarten-Apotheke, München

Unsere Apotheke wird ihr Angebot  an pharmazeutischen Dienstleistungen ausbauen. Wichtig dafür ist der neue Sterilbe­reich, den wir zum Jahreswechsel einrichten. Wenn wir mehr Serviceprodukte, zum Beispiel Schmerzbeutel und vorgefertigte Perfusoren, qualitätsgesichert anbieten können, entlasten wir das Pflegepersonal und fördern die Arzneimitteltherapiesicherheit. Außerdem wollen wir das »Antibiotic Stewardship« Programm umsetzen. Politisch wünsche ich mir, dass die Richtlinie der Bundesapothekerkammer zur Versorgung von Krankenhauspa­tienten soviel Gewicht bekommt, dass wir uns bei der Qualitäts­argumenta­tion darauf stützen können. Wir brauchen einfach mehr hoch qualifiziertes Personal, um mehr pharmazeutische Dienstleistungen anbieten zu können. Zudem hoffe ich auf eine Apothekenbetriebsordnung, die die Spielräume einer Krankenhausapotheke nicht noch weiter einschränkt.

Dr. Christoph Sturm, Leiter der Apotheke der Amper Kliniken AG, Dachau

Aus wirtschaftlicher Sicht erwarte ich  gravierende Einschnitte durch das AMNOG. Aber mit einem 175-jährigen Apothekenjubi­läum im Gedächtnis weiß ich, dass wir schon viele Stürme überlebt haben. Dennoch brauchen die Apotheken dringend eine bessere Ertragslage, um qualitativ mehr leisten zu können. Derzeit mache ich die Weiterbildung Geriatrische Pharmazie, um meine Apotheke weiterhin fest im pharmazeutischen Fachwissen zu verankern. Mein Wunsch an die Standespolitik ist, die Apotheke als nützliche, wirksame und sinnvolle pharmazeutische Institution zu positionieren und zu festigen. Wir sind kein pseudo-omnipotenter Gesundheitsbauchladen, in dem man ein wenig Arzt spielen kann, ohne konkrete Verantwortung zu tragen. Wir müssen viel pharmazeutisches Know-how erwerben, um anderen Akteuren im Gesundheitswesen auf Augenhöhe zu begegnen. Das beste Marketing ist, ein sehr guter Apotheker zu sein, der aufgrund seiner Kompetenz aufgesucht wird, und kein kleiner Arzt.

Dr. Bernhardus Gropper, Inhaber der Schloss-Apotheke, Donzdorf

In der Apotheke fokussiere ich mit meinen Mitarbeitern  weiterhin auf die Beratung. Individualität, fachlich hochwertige Betreuung und die persönliche Bindung zum Kunden sind unser großes Plus. Oft holen die Kunden gezielt unseren Rat ein, nicht nur zu Krankheit und Medikamenten. Diese Vertrauensperson zu sein, das gefällt mir am meisten an meinem Beruf. Die Freude am Beruf möchte ich auch dem potenziellen Berufsnachwuchs vermitteln. Angeregt wurde ich dazu beim Pharmacon Meran. In meiner früheren Schule werde ich im Biologie-Leistungskurs den Schülern den Apothekerberuf vorstellen. Mein Ziel ist es, bei den jungen Menschen Interesse und Faszination für die Pharmazie zu wecken. Ich möchte ihnen insbesondere zeigen, wie man erlerntes Wissen sinnvoll in die Praxis überträgt. Daher lade ich die Schüler auch in meine Apotheke ein. Wenn das gut läuft, ist Wiederholung angesagt.

Kathrin Müller, Inhaberin der Apotheke am Goetheplatz, Bünde

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