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Griechenland

Apotheker drohen mit Streik

07.01.2015  10:02 Uhr

Von Filippos Sacharis, Athen / Die Apotheker in Griechenland wollen streiken. Grund ist eine Vereinbarung der Regierung mit der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds, den Apothekenmarkt weitgehend zu liberalisieren.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland setzt die Apotheker weiter unter Druck. Mit der von der Troika geforderten und der Regierung zugesagten Deregulierung des Apothekenmarkts sind die hellenischen Pharmazeuten überhaupt nicht einverstanden. 

 

Sie sprechen von einer groben Erpressung der Regierung und drohen mit Streik. Die Probleme der Apotheker würden keinesfalls von den »ungebetenen Rettern« gelöst, sagt der Vorsitzende des panhellenischen Apothekerverbands, Kostas Lourandos. Sollte die Regierung die vereinbarte Liberalisierung nicht zurücknehmen, wollten die Apotheker ihre Betriebe als Zeichen des Protests schließen.

 

Die Pläne der Regierung führten zu einem Kollaps der Branche, sagt Lourandos. Die geplante Deregulierung schade den Patienten, die nicht mehr fachkundig beraten würden. Der angestrebte Wettbewerb nütze lediglich internationalen Konzernen. Die Apotheker fürchten, dass Arzneimittelpreise freigegeben werden und Medikamente in Zukunft auch in Supermärkten verkauft werden dürften. Dies sei inakzeptabel, sagt Lourandos. »Unsere Branche wird dies nicht erlauben.«

 

Der panhellenische Apothekerverband hatte im Dezember auf einer Sondersitzung über weitere Protestaktionen beraten. Von der Regierung erwarten sie, dass sie die Vereinbarung mit der Troika entschärft. Das Fremdbesitzverbot müsse geschützt werden. Außerdem solle die Regierung ihren rigiden Sparkurs in der Arzneimittelversorgung für 2015 überprüfen. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die Patienten nicht mehr angemessen versorgt werden könnten.

 

Außerdem müssten die Öffnungszeiten von Apotheken wieder gesetzlich begrenzt werden. Die Regierung hatte diese vor einiger Zeit vollkommen freigegeben. Faktisch habe dies zu einer erheblichen Ausdünnung des regulären Nacht- und Notdienstes geführt, klagen die Apotheker. /

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