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EPSA

Herbstkongress in Bulgarien

07.01.2013
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Von David Reiner, Sofia / Die in diesem Jahr zum neunten Mal veranstaltete EPSA-Herbstversammlung brachte rund 250 Pharmaziestudierende in Sofia zusammen. Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um den Kongress der European Pharmaceutical Students´ Association (EPSA). Der Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD) war mit einer Delegation dort vertreten.

Seit 1998 hat sich die EPSA zum Hauptgegenstand ihrer Arbeit gemacht, die Meinungen der europäischen Pharmaziestudierenden zu vertreten und den Kontakt unter ihnen zu fördern. Hierzu wurden einige Projekte etabliert. Ebenso bilden zwei große Kongresse pro Jahr die Möglichkeit zum Austausch über das Pharmaziestudium und die Verknüpfung mit der späteren Tätigkeit als Pharmazeut. Gerade Letzteres bereits während des Studiums im Blick zu haben, ist ihnen wichtig, da sie an dieser Stelle maßgeblich an der Entwicklung ihrer Zukunft beteiligt sind.

Das Thema des Symposiums »Pharmacoeconomics – beyond euros and pills« hatte das Ziel, die Studierenden über aktuelle Vorgänge in der Gesundheitspolitik zu informieren. Hierbei war es den Referenten wichtig, das Verhältnis zwischen den Akteuren Wirtschaft, Politik und Staat in seiner internationalen Verflechtung nahezubringen. Neben interessanten Vorträgen von renommierten Referenten, darunter John Chave, Generalsekretär der Pharmaceutical Group of the European Union (PGEU), zeigte sich in den Diskussionen während der Workshops, dass Ereignisse wie die Wirtschaftskrise und Entwicklungen in der Gesundheitspolitik nicht spurlos an Studierenden vorbeigehen. Gleichsam legten die Referenten Wert darauf, die Bedeutungen dieser Entwicklungen für die öffentlichen Apotheken herauszuarbeiten. Wie Chave als Vertreter des europäischen Apothekerverbandes im Rahmen seiner Vorträge auf EPSA-Veranstaltungen immer den Fokus auf den Apotheker in der Öffentlichkeit richtet, hat er auch diesmal in seinem Vortrag »Information to patients – EU perspective« die Beziehung zwischen Apotheker und dem Patienten verdeutlicht. Er beschrieb den Aufklärungsbedarf von Patienten in einem Zeitalter, in dem Informationen über Gesundheitsfragen zum Beispiel im Internet leicht zugänglich sind. Die daraus entstehenden Problematiken im Gesundheitsbewusstsein des Patienten sind für Chave ein wichtiger Punkt, wo er Handlungsbedarf sieht. Die Aufklärung des Patienten dürfe nicht auf Spekulationen und Diskussionsergebnissen aus Internetforen beruhen, sondern bedürfe der fundierten, sachkundigen und gleichermaßen patientenverständlichen Beratung. Dass der Apotheker nach wie vor die erste Anlaufstelle für Patienten ist, sei bekannt.

 

Neben dem Symposium findet auf Kongressen der EPSA auch die Generalversammlung statt. Hier hat der BPhD als Mitgliedsverein einen festen Sitz mit Stimmrecht. An dieser Stelle werden die Projekte der EPSA koordiniert und wegweisende Entscheidungen über den internationalen Verband gefällt. Auch entstehen hier Anregungen für die künftige Arbeit der nationalen Verbände. Um die Meinung der Studierenden zu erfassen, soll künftig die Plattform »Educational & Professional Affairs« etabliert werden. Hier sollen die Studiensysteme der einzelnen Länder verglichen und die Anforderungen des späteren Berufes an das Studium geprüft werden.

Abschließend soll dem von der Noweda eG Apothekergenossenschaft initiierten Verein zur Förderung der Pharmaziestudierenden und des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden in Deutschland gedankt werden, der auch diesmal die Teilnehmer finanziell unterstützt hat. Bereits jetzt freuen wir uns auf eine deutsche Delegation auf dem nächsten EPSA-Jahreskongress, der 2013 in der sizilianischen Stadt Catania stattfinden wird. Die erste Anmeldeperiode hierzu hat am 8. Dezember 2012 begonnen. /

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