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Pharmacon Davos

Spaß für Spieler und Publikum

07.01.2008
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Pharmacon Davos

Spaß für Spieler und Publikum

Von Barbara Haack

 

Wer im Februar zum Pharmacon nach Davos aufbricht, den erwarten gute Fortbildungsvorträge und, mit ein bisschen Glück, ein verschneiter, sonniger Wintersportort. Auf jeden Fall können sich die Kongressbesucher wieder auf ein außergewöhnliches Konzert mit jungen hochbegabten Musikern freuen.

 

Als im Mai 2007 beim Bundeswettbewerb »Jugend musiziert« der Vorsitzende des Projekts das Publikum des Preisträgerkonzerts begrüßte, erinnerte er an den Wettbewerb im Jahr 1970. Damals, so Reinhard von Gutzeit, sei im Anschluss an die Begrüßungsrede ein Mädchen auf der Bühne erschienen, um auf ihrer Geige die »Zigeunerweisen« von Pablo Sarasate vorzutragen: eine Sternstunde in der Geschichte des Wettbewerbs. Das damals erst 7-jährige Mädchen hatte nicht nur einen ersten Preis mit Höchstpunktzahl gewonnen. Sie verzauberte das Publikum ebenso wie die Jury mit ihrem virtuosen und gleichzeitig musikalischen Spiel. Wenige Jahre später debütierte sie als Solistin mit den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan und wurde zum Geigenstar. Heute gehört Anne-Sophie Mutter zu den berühmtesten Musikern der Welt.

 

Auch 2007 erschien ein junges Mädchen auf der Bühne, um das gleiche Werk zu spielen. Kein leichter Einstieg für die 16-jährige Anna Matz, für die mit der vorangegangenen Rede über Anne-Sophie Mutter die Messlatte nun ziemlich hoch hing.

 

Sie wurde den Erwartungen jedoch mehr als gerecht und erntete begeisterten Applaus, von einem Publikum, das vom Abschlusskonzert des renommiertesten deutschen Nachwuchswettbewerbs Höchstqualität gewohnt ist. Es war schnell entschieden, dass diese Musikerin einen der begehrten Sonderpreise der Deutschen Apothekerkammer erhalten und bei einem der Kongresse spielen sollte ­ und zwar genau dieses Stück. Das Werk, 1878 vom spanischen Geigen-Virtuosen Pablo Sarasate komponiert, basiert auf einem »csardas«, einem ländlichen ungarischen Volkstanz, der mit seinen langsamen und schnellen Teilen schon bei der Uraufführung die Menschen begeisterte. Die mitreißende Wirkung hat sich bis heute erhalten. Aus diesem Grund mag Anna das Stück besonders gern: »Es macht dem Spieler genauso viel Spaß wie dem Publikum« sagt sie. »Und es ist jedes Mal, wenn ich es spiele, wieder anders. Es ist so vielfältig, dass ich es immer wieder neu interpretieren kann.« Dass ihr neben dem vielen Üben und Auftreten noch Zeit für ihre Freunde bleibt, ist Anna Matz jedoch auch sehr wichtig.

 

Wie reichhaltig das Repertoire der jungen Geigerin ist, wird sie im Konzert unter Beweis stellen. Neben den Zigeunerweisen spielt sie eine Sonate von Jean-Marie Leclair: einem französischen Komponisten aus dem 18. Jahrhundert, der ebenso wie Sarasate zu den berühmtesten Violinisten seiner Zeit zählte. Außerdem spielt Anna Werke des Russen Peter Tschaikowsky.

 

Die Geigerin aus der Nähe von Dresden hat sich schon in jungen Jahren an Auszeichnungen gewöhnt. Drei erste Preise gewann sie bei »Jugend musiziert« in den vergangenen Jahren. Ihren musikalischen Weg gehen werden auch vier Musiker des Klavierquartetts, das den ersten Teil des Davos-Konzerts bestreiten wird. Zwischen 17 und 19 Jahre alt sind Katharina Buck (Violine), Paula Haffner (Viola), Gregor Kübler (Violoncello) und Konstantin Georgiou (Klavier), die aus Baden-Württemberg kommen und zwischen Stuttgart, Aichwald und Gaildorf immer mehr als 60 Kilometer zurücklegen müssen, um miteinander zu proben. Die Formation kann auf eine erfolgreiche Wettbewerbskarriere blicken: Bereits im Jahr 2006 wurden sie, damals als Sextett zusammen mit einem Hornisten und einem Klarinettisten, bei »Jugend musiziert« mit einem ersten Preis ausgezeichnet. 2007 dann waren sie als Quartett erfolgreich. Wolfgang Amadeus Mozart und Johannes Brahms stehen auf ihrem Davoser Konzertprogramm.

 

Dass sehr junge Musiker wie die Geigerin Anna oder die vier Quartettmitglieder in ihrer Musikerkarriere so weit vorangekommen sind, verdanken sie ihrem musikalischen Talent, großer Disziplin, aber auch der uneingeschränkten Unterstützung der Eltern. Das beginnt beim Transport von Kindern und Instrumenten zum Unterricht, zum Vorspiel, zur Orchesterprobe oder zum Konzert. Verbunden damit sind organisatorische Hilfe und Motivations-Anstöße, wenn mal die Lust zu üben nicht so groß ist. Und natürlich beinhaltet elterliche Hilfe auch große finanzielle Unterstützung.

 

Ein solches Engagement verdient Auszeichnung und Förderung. Dieser Meinung waren bereits vor über zehn Jahren die Verantwortlichen der Bundesapothekerkammer, als sie den Sonderpreis für besonders erfolgreiche »Jugend musiziert«-Teilnehmer ins Leben riefen. Die hier ausgezeichneten Musiker profitieren zweifach: Sie erhalten einen Geldpreis und die Möglichkeit, vor einem großen Publikum zu spielen. Den Kongressteilnehmern gibt das Konzert Gelegenheit, die künstlerische Präsentation dieser jungen hochbegabten Menschen zu bewundern.

 

Konzerttermin: Mittwoch, 6. Februar 2008, 20.45 Uhr, Kongresszentrum Davos, Auditorium

 

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