Am 12. August 2026 etwa zwischen 19:00 Uhr und 21:00 Uhr ist in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Und wenige Stunden später erreicht der Strom der Perseiden seinen Höhepunkt – gute Aussichten auf viele Sternschnuppen, klares Wetter vorausgesetzt. / © Getty Images/Matt Anderson Photography
Sowohl der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands (BVA) als auch die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) weisen in Pressemitteilungen darauf hin, dass bereits wenige Sekunden ungeschützten Blicks in die Sonne zu dauerhaften Schäden an der Netzhaut führen können.
Die Gefahr werde häufig unterschätzt, weil selbst bei einer weitgehenden Bedeckung der Sonne die verbleibende Sonnensichel noch ausreichend intensive Strahlung aussende. Die Augenlinse bündelt das Licht wie ein Brennglas auf der Netzhaut, insbesondere im Bereich des schärfsten Sehens. Dort können lichtempfindliche Sinneszellen durch thermische und photochemische Prozesse dauerhaft geschädigt werden. Da die Netzhaut keine Schmerzrezeptoren besitzt, bleiben solche Verletzungen zunächst meist unbemerkt. Beschwerden treten häufig erst Stunden oder sogar einen Tag später auf.
Zu den möglichen Symptomen gehören verschwommenes oder unscharfes Sehen in der Bildmitte, eine erhöhte Blendempfindlichkeit, Veränderungen der Farbwahrnehmung, verzerrt wahrgenommene Linien oder lang anhaltende Nachbilder. Auch dunkle Flecken im Sichtfeld können auf eine sogenannte Sonnenretinopathie hinweisen. Eine gezielte Therapie gibt es nicht. Ob sich die Sehfunktion wieder verbessert, lässt sich im Einzelfall nicht vorhersagen.
Für die direkte Beobachtung empfehlen die Fachgesellschaften ausschließlich unbeschädigte Sonnenfinsternisbrillen nach der Norm DIN EN ISO 12312-2 mit CE-Kennzeichnung. Kratzer, Löcher oder Risse können die Schutzwirkung beeinträchtigen. Normale Sonnenbrillen, CDs, Röntgenfilme, Rettungsdecken, rußgeschwärzte Gläser oder andere improvisierte Hilfsmittel bieten keinen ausreichenden Schutz.