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Sonnenfinsternis
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Augenärzte warnen vor bleibenden Netzhautschäden

Am Abend des 12. August 2026 wird in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen sein. Je nach Region verdeckt der Mond dabei bis zu 90 Prozent der Sonne. Augenärzte warnen jedoch eindringlich davor, das Naturschauspiel ohne geeigneten Schutz zu beobachten.
AutorKontaktPZ
Datum 11.08.2026  17:00 Uhr

Sowohl der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands (BVA) als auch die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) weisen in Pressemitteilungen darauf hin, dass bereits wenige Sekunden ungeschützten Blicks in die Sonne zu dauerhaften Schäden an der Netzhaut führen können.

Die Gefahr werde häufig unterschätzt, weil selbst bei einer weitgehenden Bedeckung der Sonne die verbleibende Sonnensichel noch ausreichend intensive Strahlung aussende. Die Augenlinse bündelt das Licht wie ein Brennglas auf der Netzhaut, insbesondere im Bereich des schärfsten Sehens. Dort können lichtempfindliche Sinneszellen durch thermische und photochemische Prozesse dauerhaft geschädigt werden. Da die Netzhaut keine Schmerzrezeptoren besitzt, bleiben solche Verletzungen zunächst meist unbemerkt. Beschwerden treten häufig erst Stunden oder sogar einen Tag später auf.

Sehfunktion kann dauerhaft Schaden nehmen

Zu den möglichen Symptomen gehören verschwommenes oder unscharfes Sehen in der Bildmitte, eine erhöhte Blendempfindlichkeit, Veränderungen der Farbwahrnehmung, verzerrt wahrgenommene Linien oder lang anhaltende Nachbilder. Auch dunkle Flecken im Sichtfeld können auf eine sogenannte Sonnenretinopathie hinweisen. Eine gezielte Therapie gibt es nicht. Ob sich die Sehfunktion wieder verbessert, lässt sich im Einzelfall nicht vorhersagen.

Für die direkte Beobachtung empfehlen die Fachgesellschaften ausschließlich unbeschädigte Sonnenfinsternisbrillen nach der Norm DIN EN ISO 12312-2 mit CE-Kennzeichnung. Kratzer, Löcher oder Risse können die Schutzwirkung beeinträchtigen. Normale Sonnenbrillen, CDs, Röntgenfilme, Rettungsdecken, rußgeschwärzte Gläser oder andere improvisierte Hilfsmittel bieten keinen ausreichenden Schutz.

Risiken und Alternativen kennen

Besondere Vorsicht ist beim Einsatz von Ferngläsern, Teleskopen oder Kameras geboten. Diese bündeln das Sonnenlicht zusätzlich und können schwere Augenschäden verursachen. Eine Sonnenfinsternisbrille allein reicht dann nicht aus – erforderlich sind spezielle Filteraufsätze oder zertifizierte Solarfolien.

Kinder gelten als besonders gefährdet, weil sie Risiken oft nicht richtig einschätzen können. Eltern sollten deshalb darauf achten, dass ausschließlich geprüfte Schutzbrillen verwendet und während der gesamten Beobachtung getragen werden.

Wer keine geeignete Sonnenfinsternisbrille mehr erhält, kann die Finsternis indirekt beobachten, etwa mit einer Lochkamera. Alternativ bieten Liveübertragungen im Internet die Möglichkeit, das Himmelsschauspiel ohne jedes Risiko für die Augen zu verfolgen.

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