Unabhängig von der Ursache können bereits kleine Anpassungen des Lebensstils helfen, die Häufigkeit nächtlicher Miktionen zu verringern. Wichtig ist, die Flüssigkeitszufuhr gleichmäßig über den Tag zu verteilen und dann – sofern ärztlich nichts dagegenspricht – mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen zu reduzieren. Zudem empfiehlt es sich, am Abend auf diu-retisch wirkende Getränke wie Kaffee, Cola, Bier, Wein, schwarzen oder grünen Tee sowie Kräutertees wie Pfefferminz- oder Brennnesseltee zu verzichten. Salzreiche Mahlzeiten fördern den nächtlichen Harndrang und sind daher vor allem abends zu meiden.
Nach dem Abendessen und idealerweise mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen kann es hilfreich sein, die Beine und Füße für eine Weile hochzulegen. Auf diese Weise gelangt die in den Beinen angesammelte Flüssigkeit wieder in den Kreislauf und kann noch vor dem Schlafengehen ausgeschieden werden. So wird verhindert, dass dieser Entwässerungseffekt erst in der Nacht einsetzt und die Nykturie verstärkt.
Beine hoch: eine praktikable Möglichkeit, Flüssigkeit aus den Beinen zu mobilisieren, bevor man ins Bett geht / © Shutterstock/nito
Auch eine gute Schlafhygiene kann helfen, nächtliche Toilettengänge zu verringern und die Schlafqualität insgesamt zu verbessern. Kurz vor dem Schlafengehen sollte auf Fernsehen sowie auf die Nutzung elektronischer Geräte verzichtet werden, da deren blaues Licht das Einschlafen erschwert. Stattdessen empfehlen sich eine entspannende Abendroutine und das vollständige Entleeren der Blase vor dem Zubettgehen.
Ein ruhiges, dunkles und angenehm kühles Schlafzimmer fördert erholsamen Schlaf und kann nächtliches Aufwachen reduzieren. Bei störendem Licht oder Lärm helfen Schlafmaske und Ohrstöpsel. Wer leicht friert, kann das Bett vorwärmen, um eine angenehme Schlaftemperatur zu erreichen. Wichtig ist zudem ein regelmäßiger Schlafrhythmus mit möglichst gleichbleibenden Schlafenszeiten und eine dem persönlichen Bedürfnis entsprechende Schlafdauer. Wer trotz Müdigkeit nicht einschlafen kann, sollte kurz aufstehen und etwas Entspannendes tun.
Zudem fördert regelmäßige Bewegung, zum Beispiel 20 Minuten zügiges Gehen in den Abendstunden, einen erholsamen tiefen Schlaf und kann zugleich die Blasenkapazität erhöhen. Auch eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht kann zur Linderung der Beschwerden beitragen. Ein gezieltes Beckenbodentraining ist insbesondere bei einer überaktiven Blase hilfreich, und nach der Menopause kann eine lokale Estrogentherapie bei Frauen zusätzlich unterstützend wirken.
Ein barrierefreier, gut beleuchteter Zugang zur Toilette trägt dazu bei, nächtliche Stürze zu vermeiden (9, 11, 24, 27).