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PZ-Managementkongress
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»Aufklärung von Gesundheitsfragen ist genau unser Feld« 

Apotheken sind weit mehr als Abgabestellen für Arzneimittel. Beim PZ-Managementkongress erklärte die Apothekerin Doreen Kessner, wie die Offizinen ihren Kundinnen und Kunden zu einem gesunden Lebensstil verhelfen können. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 27.03.2026  10:00 Uhr

Doreen Kessner ist Apothekerin in Magdeburg. Die Stadt hat in den vergangenen Jahrzehnten sehr viele erfolgreiche Leistungssportler hervorgebracht. Kessner ist daher auch in der medizinischen Beratung der Athleten am örtlichen »Olympiastützpunkt Sachsen-Anhalt« tätig. »Ich war selbst in meiner Jugend Leistungssportlerin und kenne deshalb die Sorgen der Athleten«, erzählte Kessner. 

Die Apothekerin berichtet vom Schwimmer Lukas Märtens, der bei den Olympischen Spielen in Paris eine Goldmedaille gewann. Vor den Spielen habe der Athlet immer wieder an bakteriellen Infekten im HNO-Bereich gelitten und regelmäßig ihre Apotheke aufgesucht.

»Was können Sie da als Apothekerin machen? Natürlich checken Sie erst mal, ob die verordnete Medikation NADA-konform ist, nicht, dass er versehentlich ein Dopingvergehen begeht. Dann schauen Sie, dass das Medikament richtig angewendet wird und erklären, was er machen muss, damit er keine Nebenwirkungen bekommt, und was er perspektivisch machen kann, damit er nicht in den nächsten Infekt reinrennt«, erklärte Doreen Kessner. Es sei ein tolles Gefühl gewesen, zu sehen, wie Märtens bei den Olympischen Spielen Gold gewann. 

Aufklärung bei Gesundheitsfragen 

Die enge Zusammenarbeit mit Sportlern, auch über die Abgabe des Arzneimittels hinaus, sei auch Teil des Versorgungsauftrags. »Wir klären nicht nur über Arzneimittel und deren Anwendung auf, sondern auch zu allen anderen gesundheitsbezogenen Fragestellungen. Anders als Ärzte dürfen wir nicht diagnostizieren oder therapieren. Aber die Aufklärung zu gesundheitsbezogenen Fragen ist genau unser Feld«, betonte die Apothekerin. 

Für Sportler und alle anderen Menschen sei das Thema Ernährung für ein gesundes Leben entscheidend. Apotheken könnten die Patienten unter anderem durch Nahrungsergänzungsmittel unterstützen. »Supplements sind ein typischer Bestandteil des apothekentypischen Sortiments. Doch leider gibt es auf dem Markt auch viel Dreck. Wir als Apotheker verfügen über die Kompetenz zu sagen, nach welchen Kriterien ein Nahrungsergänzungsmittel ausgewählt wird und können auch etwas zur Dosierung und zu Kombinationen sagen«, erklärte Doreen Kessner. 

Beratung zu Ernährung und Sport in der Apotheke

Die Apotheken könnten im Bereich Ernährung aber noch weit mehr tun, als nur Nahrungsergänzungsmittel zu verkaufen. Doreen Kessner erzählte von einer Mitarbeiterin, die an Bluthochdruck und Adipositas litt. Zwar erhielt die Frau blutdrucksenkende Medikamente, doch sie fühlte sich immer noch schlecht. Gemeinsam gingen sie daher einen Fragebogen zu ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten durch. »Wir haben gesehen, dass sie total falsch isst und sich überhaupt nicht bewegt«, erzählte die Apothekerin.

»Wir haben dann eine ganze Reihe an Ratschlägen zur Ernährung und Bewegung entwickelt. Sie hat dann beispielsweise mit Nordic Walking angefangen und die Gartenarbeit für sich entdeckt. Man konnte dabei zusehen, wie ihre Pfunde weggingen«, sagte die Magdeburger Apothekerin. Die Mitarbeiterin konnte durch die Veränderung ihres Lebensstils langfristig weniger Medikamente nehmen und ihren Blutdruck senken. 

Für Kessner sind die Apotheken nicht nur ein »Point of Sale«, sondern auch ein »Point of Prevention«. »Wir sollten unseren Beitrag in der Präventionsmedizin leisten und nicht nur die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöhen, sondern langfristig einen aktiven Beitrag in der Gesundheitsförderung unserer Patienten leisten«, sagte sie im Fazit ihres Vortrags. 

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