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Pharmapolitik
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»Auf die Politik zu warten, ist zu riskant«

Beim gestrigen Panel »Gesundheitswirtschaft als Kostenfaktor oder Zukunftsindustrie« wurde unter anderem über die Entwicklungen in der Pharmabranche debattiert sowie über die Rolle, die die Politik einnehmen sollte, um die Branche wieder zu internationalem Erfolg zu führen.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 23.10.2026  12:20 Uhr
»Auf die Politik zu warten, ist zu riskant«

»Wir rasen auf den perfekten Sturm zu«, sagte Bernhard van Treeck vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) mit Blick auf die aktuelle Lage der Koalitionspartner. Dieses Klima würde die Reformen verhindern. Es bräuchte einen Kanzler, der eine Pharmastrategie entwickle und diese auch verfolge. Aktuell würde es in der Politik an Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit fehlen.

Frank Sieren rät der Pharmabranche, sich zu überlegen, wie sie ohne die Politik vorankommen könnte. Die Regierung sei aktuell mit sich selbst beschäftigt. »Auf die Politik zu warten, ist zu riskant«, so der Wirtschaftsjournalist.

Laut Thomas Czihal vom Zentralinstitut für Kassenärztliche Versorgung sendet die Politik außerdem widersprüchliche Signale. Einerseits spreche sie davon, Arzt-Patient-Kontakte zu reduzieren, andererseits wolle sie, dass eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits ab dem ersten Tag gelte. »Wir müssen klare Prioritäten in der Diskussion setzen. Mit solchen Widersprüchen werden wir nicht vorankommen«, sagte er.

»Gas geben und Wachstum generieren«

Bernhard van Treeck ist der Meinung, dass das System mehr Bürokratieabbau bräuchte. Aktuell gäbe es zu viele Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger. »Das macht nie einen Prozess schneller.« Er plädierte dafür, die Entscheidungsebenen zu überprüfen und zu klären, ob sie tatsächlich notwendig sind.

Mit Blick auf die Forschung befürwortete Karl Broich vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine bessere Datengrundlage, um die Versorgung zu verbessern. Seiner Meinung nach würden Menschen ihre Daten für die Forschung freigeben, wenn sie den Nutzen davon spüren würden. Auch Thomas Czihal wünscht sich, die Daten produktiv zu nutzen.

Laut Matthias Meergans vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) ist die Forschungsinfrastruktur in Deutschland dank des Koalitionsvertrags momentan einzigartig. »Gas geben und Wachstum generieren« müsse das Land jedoch noch. »Die Chance ist da.« Er warnte davor, das Potenzial der Forschung an Universitäten ungenutzt zu lassen.

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