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Arzneimittelentwicklung
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Pharmaforschung in Deutschland tritt auf der Stelle

Die pharmazeutische Forschung und Entwicklung in Deutschland stagniert. Das geht aus einer Mitteilung des Fraunhofer-Verbunds Gesundheit und des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) hervor. Sie fordern Maßnahmen, um die Hightech-Agenda erfolgreich umzusetzen.
AutorKontaktPZ
Datum 14.10.2026  12:30 Uhr

In der diesjährigen Publikation »Proud Update« wird die aktuelle Forschungslage im Pharmabereich in Deutschland beleuchtet. Darin wird deutlich, dass sich wesentliche Indikatoren wie die Zahl der industrieveranlassten klinischen Studien oder der deutsche Anteil am globalen Studienpatienten innerhalb der letzten zwei Jahre kaum verändert haben.

Gleiches gelte auch für das Länderranking. Deutschland zeige hingegen vor allem in der medizinischen Grundlagenforschung und bei Patentanmeldungen Stärke.

Deutschlands Anteil stagniert bei drei Prozent

Laut Proud stieg zwar der vorklinische Forschungsoutput leicht (Publikationen +3 Prozent, Patente +0,6 Prozent), aber die klinische Umsetzung durch Industrie-veranlasste Studien ließ nach (Phase I-Studien −10 Prozent, Gen- und Zelltherapie-Studien −39 Prozent). Der Anteil Deutschlands an den weltweiten Patienten für klinische Studien stagniere bei rund 3,0 Prozent.

Die Studie ergab außerdem, dass mehrere strukturelle Standortfaktoren erodieren. Demnach sanken die Eigenkapitalinvestitionen in der Life-Science-Branche um 15 Prozent. Auch die Attraktivität Deutschlands für Talente soll um 4 Punkte auf 66 gesunken sein. Für die Qualifikation der Fachkräfte werde ein Rückgang von 7,90 auf 7,29 (auf einer Skala von 0 bis 10) erwartet.

Zu wenig Wagniskapital für Start-ups 

Laut der Publikation gibt es ein besonderes Finanzierungsproblem für Start-ups und Forschungsinstitute. Ihnen fließe demnach, gerade für die besonders kostspieligen klinischen Entwicklungsphasen, noch immer zu wenig Wagniskapital zu.

»Wo aber die Finanzierung abreißt, wandern die Projekte und mit ihnen die IP-Rechte und Kompetenzen ins Ausland ab; dahin, wo wirklich investiert wird«, so Matthias Meergans, Geschäftsführer Forschungspolitik des vfa. »Erkenntnisgewinn, der nicht im eigenen Land in Produkte überführt wird, ist also Wirtschaftsförderung für andere Länder.«

Der Publikation zufolge besteht eine Verbesserungsmöglichkeit bei der laufenden Ausarbeitung der Roadmap für die Hightech-Agenda des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Diese soll erklärtermaßen in der Biotechnologie für Investitionen und Arbeitsplätze sorgen. Dazu wären unter anderem eine fokussierte Förderung und bundeseinheitliche Standards erforderlich. Laut Fraunhofer Gesundheit und vfa sollen Behörden außerdem als One-Stop-Shop für Beratung und Genehmigungen agieren.

»Deutschland hat kein Erkenntnisproblem, Deutschland hat ein Translationsproblem«, sagt Ulrike Köhl, die stellvertretende Vorsitzende des Fraunhofer-Verbunds Gesundheit. »Es investiert viel in kluge Köpfe und exzellente Forschung. Aber dann würgen Bürokratie, Finanzierungslücken und Kleinstaaterei den Wertschöpfungsmotor ab.«

Laut Köhl braucht Deutschland eine Transformation vom Erkenntnisstandort zum Wertschöpfungsstandort. So könne das Land internationale Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität erhalten und zurückgewinnen. 

Die Erhebung wird seit 2004 vom Fraunhofer-Verband Gesundheit, dem Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) und seinen Mitgliedsfirmen sowie der Agentur Vintura durchgeführt. Proud steht für »PharmafoRschung & Entwicklung ErfOlgsmessUng in Deutschland«.

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