Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Grüne zu KARL
-
»Auch die Pharmaindustrie braucht sauberes Wasser«

Eine überalternde Gesellschaft und die zunehmende Medikamentennutzung führen zu einer stärkeren Verschmutzung der Gewässer. Doch die Kosten der vierten Reinigungsstufe, die die Pharma- und Kosmetikindustrie gemäß der EU-Kommunalabwasserrichtlinie tragen muss, könnten die Versorgung mit Generika gefährden, fürchtet die Industrie.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 20.03.2026  18:00 Uhr

Kostenerstattung durch die Krankenkassen

»Was kostet uns Umweltschutz und was kostet es uns, wenn wir nichts tun? Diese Frage müssen wir uns stellen«, sagte Gawel mit Blick auf das wirtschaftliche Argument der Pharmaindustrie. Daraufhin betonte Kroth, dass die höchste Belastung im Generika-Bereich liege. »Die Produkte könnten vom generischen Markt verschwinden.«

Laut Kroth kann die Branche die Kosten nicht auf die Patientinnen und Patienten umlegen. »Die Preise sind gedeckelt. Zudem haben die Krankenkassen Probleme, die Kosten zu stemmen, und werden keine höheren Preise akzeptieren.« Paulus hingegen glaubt, dass die Krankenkassen nachgeben würden. Sie nannte das Medikament Metformin, das bei Diabetes Typ II eingesetzt wird, als Beispiel. »Was würde passieren, wenn es vom Markt genommen würde? Die Krankenkassen müssten es durch ein anderes Medikament ersetzen, das teurer wäre. Sie würden also vermutlich ein bisschen mehr für Metformin bezahlen, statt ein viel teureres Medikament zu nehmen.« Doch der Pharma-Vertreter ließ sich nicht überzeugen. Die Krankenkassen hätten klar kommuniziert, dass sie die Kosten nicht tragen würden.

Mehr von Avoxa