| Alexandra Amanatidou |
| 20.03.2026 18:00 Uhr |
Anschließend fand eine Podiumsdiskussion mit Martin Weyand (Hauptgeschäftsführer Wasser und Abwasser des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft – BDEW), Elmar Kroth (stellvertretender Hauptgeschäftsführer von Pharma Deutschland), Thomas Abel (Geschäftsführer der Abteilung Wasserwirtschaft des Verbandes kommunaler Unternehmen) und Erik Gawel (Direktor des Instituts für Infrastruktur und Ressourcenmanagement der Universität Leipzig, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ) statt.
»In einer überalterten Gesellschaft wird der Verbrauch von Arzneimitteln drastisch zunehmen«, sagte Weyand. »Für ein öffentliches Gut muss ein Preisschild her«, sagte er mit Blick auf sauberes Wasser. Diejenigen, die Medikamente in den Verkehr bringen, müssten sich an den Kosten für die Gewässerbereinigung beteiligen. Die Kosten für die Pharmaindustrie würden sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren verteilen und die Branche somit weniger hart treffen, als immer behauptet wird.
Abel hob die Abwassergebühren sowie die durch Kläranlagen verursachten Energiekosten hervor, die von den Einwohnerinnen und Einwohnern der Kommunen gezahlt werden müssen. »Sie sind energieintensiv und müssen neutraler werden«, sagte er.
Kroth vom Pharmaverband Pharma Deutschland betonte, dass nicht nur die Pharma- und Kosmetikbranche für die Verschmutzung von Gewässern verantwortlich sei. Auch andere Branchen wie der Verkehr, die Landwirtschaft und die Lebensmittelverarbeitung würden dazu beitragen. Eine fairere Verteilung der Kosten sei »essentiell«, um die pharmazeutische Versorgung nicht zu gefährden. »Wir sind Teil des Problems und müssen auch Teil der Lösung sein«, sagte er. Dennoch müsse sichergestellt werden, dass das Gute, das durch Medikamente erreicht werde, nicht gefährdet werde. Medikamente »müssen von Natur aus giftig sein, um Krankheiten zu dämmen oder zu heilen«, so Kroth. Ihre Wirkung würde nicht aufhören, wenn sie ins Wasser gelangen.
Die Branche könne nicht ohne Weiteres die Wirkstoffe wechseln. Umweltfreundlichere Wirkstoffe müssten erst noch entwickelt werden. Doch die Forschung, die Freilassung und die Einführung der Arzneimittel – inklusive Patentablauf und Generika-Einführung – könnten nicht so schnell umgesetzt werden. »Ich vertraue dem Wettbewerb bei der Entwicklung neuer, umweltfreundlicherer Wirkstoffe, die weniger schädlich sind«, antwortet Gawel darauf. Seine These: Ein forschendes Pharmaunternehmen werde erst dann einen Grund haben, über umweltfreundlichere Alternativen nachzudenken, wenn es die finanzielle Belastung verringern wolle.