| Melanie Höhn |
| 10.07.2026 13:30 Uhr |
Der Arzneimittel- und Medizinproduktebereich wird im Eckpunktepapier als ein wichtiger Hebel für mehr Nachhaltigkeit gesehen. König führte aus, dass Arzneimittel, Medizinprodukte und Hilfsmittel entlang ihres gesamten Lebenszyklus ressourcenschonender, emissionsärmer und umweltverträglicher gestaltet werden müssten. Dafür brauche es verlässliche Daten, vergleichbare Standards und mehr Transparenz zu Klima- und Umweltauswirkungen, um nachhaltige Innovationen, Beschaffung und Verordnungsentscheidungen zu unterstützen. Dabei müssten Umweltziele stets mit Versorgungssicherheit, therapeutischem Nutzen, Qualität und Patientensicherheit in Einklang gebracht werden. König wies aber auch darauf hin, dass der medizinische Nutzen und die ökologischen Ziele nicht immer vollständig übereinstimmen.
Ein Schwerpunkt ist aus seiner Sicht auch die Abkehr von linearen Produktkreisläufen und der Aufbau einer Kreislaufwirtschaft: »Wir haben einen sehr linearen Produktzyklus aus Produzieren, Nutzen und Wegschmeißen. Das muss durchbrochen werden«, forderte er. Eine nachhaltigere Nutzung von Ressourcen könne zudem helfen, Abhängigkeiten zu reduzieren. »Man macht sich dadurch auch unabhängiger von Lieferketten, weil man die Rohstoffe wieder zurückführt beziehungsweise das Produkt wieder einsatzfähig macht.«
Für Arzneimittel und Medizinprodukte sieht König außerdem Potenzial bei klimafreundlicheren Alternativen. Er verweist dabei auf ein eigenes Netzwerk zu umwelt- und klimafreundlichen Produkten. Diese Ansätze sollten aus seiner Sicht auch auf weitere Bereiche wie etwa Medizinprodukte übertragen werden.