(v.l.n.r.) Nicole Westig (Pharma Deutschland Regionalbeauftragte Mitte), Dorothee Brakmann (Pharma Deutschland Hauptgeschäftsführerin), Tanja Machalet (Vorsitzende des Gesundheitsausschusses), Gabriela Soskuty (Pharma Deutschland Landesverband Mitte Vorsitzende) / © Pharma Deutschland
Die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag, Tanja Machalet, hat sich am 22. Mai in Berlin mit Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin des Verbands Pharma Deutschland getroffen. Auch die Vorsitzende des Landesverbands Mitte, Gabriela Soskuty, sowie die Regionalbeauftragte West Nicole Westig waren bei dem Gespräch dabei.
Im Fokus des Austauschs standen die geplanten Maßnahmen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes, der Pharma- und Medizintechnikdialog der Bundesregierung sowie Fragen der Krisenresilienz und Versorgungssicherheit. Wie Pharma Deutschland im Nachgang mitteilte, ordnete die rheinland-pfälzische Abgeordnete SPD-Politikerin die aktuelle politische Lage in ihrem Bundesland nach der Regierungsbildung ein. Im Rahmen des Wahlkampfs hatte die PZ seinerzeit mit Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) über die Apotheken vor Ort gesprochen.
Beim Treffen machten die Vertreterinnen der Pharmaindustrie deutlich: »Zentrale Elemente des geplanten Spargesetzes laufen dem politischen Ziel einer Stärkung des Pharmastandorts Deutschland zuwider.« Insbesondere kleine und mittlere pharmazeutische Unternehmen würden durch die vorgesehenen Maßnahmen überproportional belastet.
Demnach würde die geplante Ausweitung des Preismoratoriums zu einer weiteren Erosion der Preisbasis führen und insbesondere generische sowie etablierte Arzneimittel unter Druck setzen. Im Ergebnis drohe sogar ein dauerhafter Marktrückzug essenzieller Versorgungsprodukte – etwa von Kinderarzneimitteln.
Auch der geplante dynamische Herstellerabschlag wurde kritisch bewertet: Er untergrabe die dringend benötigte Planungssicherheit, hemme Investitionen und erschwere den Marktzugang neuer Therapien – gerade in einem geopolitisch herausfordernden Umfeld, so der Verband.
Pharma Deutschland zufolge stellen diese Entwicklungen ein strategisches Risiko für die Arzneimittelversorgung dar. Eine resilientere Gesundheitsversorgung erfordere gezielte politische Weichenstellungen, so der Verband in einem Statement. Demnach dürften Produktionskapazitäten in Deutschland nicht geschwächt, sondern müssten konsequent gestärkt und ausgebaut werden. Gleiches gelte für den Forschungs- und Innovationsstandort.
Vor diesem Hintergrund sei der von der Bundesregierung initiierte Pharma- und Medizintechnikdialog ein zentraler Hebel. Entscheidend sei jedoch, dass dieser Dialog konsequent genutzt werde, um industrie- und versorgungspolitisch tragfähige Strategien zu entwickeln.
Abschließend unterstrich Pharma Deutschland die Bedeutung einer engen Einbindung der Mitglieder des Gesundheitsausschusses in den laufenden Pharmadialog. Nur im engen Schulterschluss zwischen Politik und Industrie könne es gelingen, Versorgungssicherheit, Innovationskraft und wirtschaftliche Stabilität langfristig zu sichern, so der Verband.