Der Jurypräsident des Journalistenpreises, Achim Baum, emeritierter Professor für PR und Journalismus an der Hochschule Osnabrück, betonte in seiner Laudatio, die beiden Beiträge seien »Beispiele dafür, was die Regionalberichterstattung des öffentlichen Rundfunks tagtäglich leisten kann: Fernsehen, das uns allen gehört, in dem Journalistinnen und Journalisten gute und zuverlässige Arbeit machen, die unseren Horizont erweitert.«
Als »konsequent, dicht und fesselnd erzählt« beschrieb Laudatorin Andrea Benstein, WDR-Landesstudioleiterin Westfalen (Bielefeld, Münster, Siegen) den dritten Preisträger der Kategorie Video. Mit 3000 Euro Preisgeld wurde die SWR-Produktion »Pharmaland Südwest – Hightech statt Grundversorgung?« ausgezeichnet. »Es handelt sich um einen Film, der nicht weniger als einen nationalen Notstand beschreibt«, so Benstein. In seinem Film thematisiert Mark Michel den Spagat zwischen Medizininnovation und Versorgungssicherheit und stellt die Frage, ob Deutschland beides langfristig vereinen kann.
In der Kategorie Hörfunk kam es am Montagabend zu einer Premiere: Erstmals wurde ein Podcast mit dem Journalistenpreis der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe ausgezeichnet. In »Wolf of Cannabis« taucht Host Marlene Halser in die Cannabis-Industrie ein. Eine Branche zwischen Legalisierung, Unsicherheit und Wildwest-Mentalität. Für die siebenteilige Produktion erhielt Halser ein Preisgeld in Höhe von 3000 Euro.
Laudatorin Corinna Bischof, Geschäftsführerin der Agentur lege artis, sagte: »In einer Zeit, in der sich Mediennutzung rasant verändert, schafft der Podcast Raum. Er schafft Nähe, ohne Komplexität zu verlieren und nutzt die Freiheit des Formats, um ein Thema zu beleuchten, das lange zwischen Klischee und politischer Willkür steckte.«