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Leukämie im Kindesalter
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Apotheker als Berater und Begleiter

Stationsapotheker sind heute ein fester Bestandteil des klinischen Alltags. Sie sorgen an vielen Stellen für mehr Arzneimitteltherapiesicherheit. Besonders vielfältig sind ihre Aufgaben in der stationären und ambulanten Betreuung von Leukämie-kranken Kindern und ihren Angehörigen.
AutorKontaktMaureen Christina Strauß
Datum 24.08.2025  08:00 Uhr

Betreuung von Patienten und Familien

Im klinischen Alltag tragen Stationsapotheker erheblich dazu bei, durch die Medikationsanalyse die Patientensicherheit zu erhöhen und arzneimittelbezogene Probleme frühzeitig zu erkennen. In der pädiatrischen Versorgung sind ihre Aufgaben oft noch komplexer, da die Beratung von Kindern und Jugendlichen besonders viel Empathie erfordert. Zudem müssen sie immer auch die Angehörigen mitbetreuen und beraten.

Die Diagnose einer Krebserkrankung ist für die Kinder und ihre Familien ein tiefer Schock. Sie geht einher mit Ängsten vor dem Unbekannten, Unsicherheiten hinsichtlich der Behandlung und Prognose sowie Verzweiflung über die aktuelle Situation.

Für die Familien bedeutet dies eine enorme psychische und organisatorische Belastung. Neben der Sorge um das erkrankte Kind müssen sie häufig auch den Bedürfnissen gesunder Geschwisterkinder gerecht werden. Diese sind dauerhaft von ihrem kranken Bruder oder der Schwester während eines Klinikaufenthalts getrennt, denn Kinder (meist <14 Jahre) dürfen nicht zu Besuch auf pädiatrisch-onkologische Stationen.

Einige Kliniken begegnen dieser Situation mit gezielten Angeboten wie »Geschwistertagen«, bei denen Geschwisterkinder aktiv einbezogen werden. In diesem geschützten Rahmen erhalten sie altersgerecht aufbereitete Informationen und können ärztliches, pharmazeutisches und pflegerisches Personal fragen. Ziel ist es, Ängste und Unsicherheiten abzubauen.

Die onkologische Therapie ist sehr komplex und muss rasch begonnen und umgesetzt werden. Die Familien brauchen dazu umfangreiche und fundierte Informationen. Dabei stehen insbesondere die Anwendung oraler und intravenöser Chemotherapeutika, die notwendige Supportivtherapie und potenzielle Nebenwirkungen im Fokus. Trotz hoher fachlicher Qualifikation der ärztlichen und pflegerischen Teams gelingt es ihnen nicht immer, diese komplexen Inhalte ausreichend zu vermitteln.

Hier hat sich die pharmazeutische Betreuung der Ärzte, des Pflegepersonals und der Eltern durch Stationsapotheker als wirkungsvolle Ergänzung etabliert. Eine evidenzbasierte Beratung der Patienten und ihrer Sorgeberechtigten ist ein zentraler Bestandteil der pharmazeutischen Tätigkeit in der onkologischen Versorgung. Dafür ist es essenziell, Vertrauen aufzubauen und verständlich und altersgerecht zu sprechen, damit Patienten und Angehörige die komplexen Therapieschemata akzeptieren und meistern können. Dies verbessert die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) stark.

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