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Covid-19-Impfung

Apotheken im Raum Mainz können an Curevac-Studie teilnehmen

Curevac und die Universitätsmedizin Mainz weiten eine Phase-III-Studie mit Curevacs mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 aus. Angehörige aller Gesundheitsberufe in der Region Mainz, auch Apothekenpersonal, sind als Probanden gefragt. Dadurch sollen auch schneller belastbare Ergebnisse für die Zulassung vorliegen.
PZ
08.02.2021  15:00 Uhr

»Wir erhalten täglich Anfragen für eine Studienteilnahme von Beschäftigten aus dem Bereich der Gesundheitsberufe, denen wir uns nicht verschließen wollen«, sagt Professor Dr. Stephan Gehring, Leiter der Impfstudie und Sektionsleiter der Pädiatrischen Intensivmedizin, Infektiologie und Gastroenterologie des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Mainz, heute in einer Pressemitteilung. 

Seit Studienbeginn im Dezember 2020 sei bereits etwa ein Drittel der angestrebten Anzahl von insgesamt rund 2500 Probanden in die sogenannte CPMvac-Studie aufgenommen worden. Bislang seien dies ausschließlich um Bedienstete der Universitätsmedizin Mainz. »Die aktuelle Erweiterung ermöglicht die Teilnahme jetzt auch für Angehörige aller Gesundheitsberufe in Mainz und Umgebung, deren Fahrtzeit mit dem Auto vom Wohnort bis zur Universitätsmedizin Mainz bis zu 30 Minuten beträgt – darunter Rettungsdienste, Arzt- und Zahnarztpraxen, Physiotherapeuten, Pflegeberufe sowie Apotheken«, teilte die Universität mit. 

Die Aufnahme in eine Impfstudie biete die Chance, unabhängig von der Regelimpfung einen wirksamen Impfschutz zu erwerben. Allerdings handelt es sich wie bei fast allen Phase-III-Impfstoffstudien um eine doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie. Das heißt, nicht alle Probanden bekommen tatsächlichen den Impfstoff. Im Rahmen der CPMvac-Studie werden in zwei Gruppen zwei verschiedene Impfstoffchargen des Impfstoffs CV07050101 (jeweils 12 µg) gegen eine Gruppe unter Placebo getestet. Die Probanden hätten eine Chance von zwei Dritteln, den Curevac-Impfstoff CVnCOV zu erhalten.

Im Studienzentrum der Universitätsmedizin würden derzeit pro Tag bis zu 50 Probanden mit dem Curevac-Impfstoff geimpft. Es sind zwei Dosen im Abstand von 28 Tagen nötig. Die Teilnehmer werden ein Jahr lang nachuntersucht. Eine Entblindung sei möglich, wenn der Probanden im Studienzeitraum einen Termin für eine Regelimpfung erhalten hat. So müssen Probanden der Placebogruppe nicht auf einen wirksamen Impfschutz verzichten, wenn sie gemäß Priorisierung mit der regulären Impfung an der Reihe sind.

Durch die jetzige Ausweitung der Probandenzahl rechnet Studienleiter Gehring auch damit, eher als ursprünglich geplant belastbare Ergebnisse vorweisen zu können. »Wir streben jetzt an, diesen ersten Studienabschnitt bereits bis Ende März 2021 abzuschließen – das wäre drei Wochen früher als geplant«, so Gehring.

Curevac hatte im Dezember die große HERALD-Studie, eine Phase-IIb/III-Studie gestartet, an der weltweit mehr als 35.000 Probanden teilnehmen sollen. Die Studie wird in Deutschland, Spanien, Belgien und den Niederlanden sowie Mexiko, Panama, Kolumbien, Peru, Argentinien und in der Dominikanischen Republik durchgeführt. Curevac kooperiert bei der Entwicklung und Herstellung mittlerweile unter anderem mit Bayer und Glaxo-Smith-Kline.

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