Diskutierten über die aktuellen Herausforderungen von Apotheken und Pharmagroßhandel im Krisenfall (v. l.): Joachim Reinken, Leiter Unternehmenskommunikation und Politik bei der Noweda, der Parlamentarische Staatssekretär Georg Kippels und der Noweda-Chef Michael Kuck. / © Noweda
»Es sind Situationen, die sich niemand vorstellen will, auf die wir als Gesellschaft aber dringend eine Antwort brauchen«, heißt es in einer Mitteilung der Noweda. Als wohnortnahe, niederschwellige Anlaufstellen komme Apotheken im Krisen- und Katastrophenfall eine entscheidende Rolle zu, etwa bei Cyberattacken, Kriegsszenarien oder Naturkatastrophen. Doch sowohl in der Politik als auch in der Bevölkerung fehle dafür das Bewusstsein, so die Genossenschaft.
Um auf dieses Thema aufmerksam zu machen, hat Noweda-Chef Michael Kuck das Gutachten »Apotheken als Teil der krisenrelevanten Infrastruktur« an den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Georg Kippels, übergeben. Der Bericht wurde von der Noweda und dem Deutschen Apotheker Verlag in Auftrag gegeben.
Bei der Übergabe diskutierten Kuck und Kippels über die aktuellen Herausforderungen von Apotheken und Pharmagroßhandel im Krisenfall sowie darüber, wie vor diesem Hintergrund die Rolle der Apotheken ausgebaut und gestärkt werden kann.
Dabei sei laut der Noweda klar geworden: Die Apotheken und der pharmazeutische Großhandel bilden ein bestens eingespieltes Netzwerk für die flächendeckende, sichere und schnelle Arzneimittelversorgung. Gemeinsam würden sie jeden Tag Millionen Menschen versorgen und garantieren, dass dringend benötigte Medikamente verfügbar sind und alle Patienten erreichen – egal, wo sie leben. Möglich werde das durch ein dezentrales, wohnortnahes Apothekennetz. Trotzdem würden Apotheken nicht zur kritischen Infrastruktur gezählt, weil sie die formalen Kriterien nicht erfüllen. Auch in Katastrophenschutzplänen kämen Apotheken nur selten vor, hieß es weiter.
Auf diesen Widerspruch weisen die Autoren des Gutachtens, Cosima Bauer, Professor Uwe May und Thomas Müller-Bohn, hin. Sie beziehen sich vor allem auf die Sicherstellungsaufträge der Apotheken und des Pharmagroßhandels für die Arzneimittelversorgung, die auch im Krisenfall gelten.