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Noweda-Gutachten
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»Apotheken als Teil der krisenrelevanten Infrastruktur«

Die Apothekergenossenschaft Noweda hat dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Georg Kippels (CDU), ein Gutachten zur Rolle der Apotheken in Krisen- und Katastrophensituationen übergeben.
AutorKontaktPZ
Datum 04.11.2026  16:00 Uhr

»Es sind Situationen, die sich niemand vorstellen will, auf die wir als Gesellschaft aber dringend eine Antwort brauchen«, heißt es in einer Mitteilung der Noweda. Als wohnortnahe, niederschwellige Anlaufstellen komme Apotheken im Krisen- und Katastrophenfall eine entscheidende Rolle zu, etwa bei Cyberattacken, Kriegsszenarien oder Naturkatastrophen. Doch sowohl in der Politik als auch in der Bevölkerung fehle dafür das Bewusstsein, so die Genossenschaft.

Um auf dieses Thema aufmerksam zu machen, hat Noweda-Chef Michael Kuck das Gutachten »Apotheken als Teil der krisenrelevanten Infrastruktur« an den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Georg Kippels, übergeben. Der Bericht wurde von der Noweda und dem Deutschen Apotheker Verlag in Auftrag gegeben.

Sicherstellungsaufträge der Apotheken und des Großhandels

Bei der Übergabe diskutierten Kuck und Kippels über die aktuellen Herausforderungen von Apotheken und Pharmagroßhandel im Krisenfall sowie darüber, wie vor diesem Hintergrund die Rolle der Apotheken ausgebaut und gestärkt werden kann.

Dabei sei laut der Noweda klar geworden: Die Apotheken und der pharmazeutische Großhandel bilden ein bestens eingespieltes Netzwerk für die flächendeckende, sichere und schnelle Arzneimittelversorgung. Gemeinsam würden sie jeden Tag Millionen Menschen versorgen und garantieren, dass dringend benötigte Medikamente verfügbar sind und alle Patienten erreichen – egal, wo sie leben. Möglich werde das durch ein dezentrales, wohnortnahes Apothekennetz. Trotzdem würden Apotheken nicht zur kritischen Infrastruktur gezählt, weil sie die formalen Kriterien nicht erfüllen. Auch in Katastrophenschutzplänen kämen Apotheken nur selten vor, hieß es weiter.

Auf diesen Widerspruch weisen die Autoren des Gutachtens, Cosima Bauer, Professor Uwe May und Thomas Müller-Bohn, hin. Sie beziehen sich vor allem auf die Sicherstellungsaufträge der Apotheken und des Pharmagroßhandels für die Arzneimittelversorgung, die auch im Krisenfall gelten.

Kippels: »Unsere Apotheken schaffen Versorgungssicherheit.«

Georg Kippels machte in diesem Zusammenhang deutlich: »Unsere Apotheken schaffen Versorgungssicherheit. Vor allem in der Krise zählt, wer vor Ort für die Menschen da ist.« Michael Kuck ergänzte: »Apotheken und Pharmagroßhandel bilden die Grundlage für Krisenresilienz und müssen in den Katastrophenschutz einbezogen werden. Dafür brauchen sie staatliche Förderung, gleichzeitig aber auch Handlungsspielraum, um im Ernstfall sofort reagieren zu können.«

Dies sei auch eine zentrale Aussage des Gutachtens. So liege die größte Stärke der Apotheke im Katastrophenfall in ihrer Erreichbarkeit und Dezentralität, erklärte die Noweda. »In allen Betrachtungen erweist sich das flächendeckende Netz der Apotheken als herausragender Beitrag zur Krisenresilienz in der Arzneimittelversorgung«, heißt es in dem Gutachten. »Ein dezentrales Versorgungskonzept stellt einen eigenen Wert dar, weil lokale Netzwerke nicht erst im Krisenfall aufgebaut werden müssen, sondern bereits bestehen.«

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