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Ampel-Koalition will über Nullretax und Engpass-Pauschale reden

Kritik an Null-Retaxationen

Daran anknüpfend warf der CDU-Bundestagsabgeordnete Georg Kippels ein: »Man könnte den Eindruck gewinnen, das alles ist für die Apotheken ein bisschen mehr Prüf- und Suchaufwand. Aber man muss im Hinterkopf behalten: Wenn die Rezepte nicht korrekt abgegeben werden, droht das Damoklesschwert der Nullretaxation.« Wenn man die Apotheken mit diesem erhöhten Prüfaufwand belaste, müssten im selben Atemzug die Nullretaxation mit dem Warenwert komplett entfallen, forderte er. »Das Risikopotenzial ist sonst riesig«. 

Daraufhin forderte Gabriele Regina Overwiening, Nullretaxationen in einem Lieferengpass-Gesetz gesetzlich zu verhindern und zu verbieten. Auch Dirk Heidenblut sieht dieses Thema kritisch: »Die Frage der Nullretaxationen müssen wir uns grundsätzlich vornehmen. An der Stelle müssen wir ganz sicher etwas tun, davon bin ich überzeugt«. Auch Andrew Ullmann ist der Meinung, dass Nullretaxationen nur bei groben apothekerlichen Fehlern akzeptierbar seien. Es gehe vor allem um die Abschaffung der »Kleinkariertheit« bei diesem Thema. »Wir dürfen nicht versuchen, das Haar in der Suppe zu finden.« 

Engpass-Pauschale heiß diskutiert

Ein weiteres heiß diskutiertes Thema war die Engpass-Pauschale: Die Bundesregierung will die Apotheken für das Lieferengpass-Management gesondert vergüten. Bei defekten Arzneimitteln sollen sie (nach einem Abgleich mit der BfArM-Liste) zusätzlich 50 Cent abrechnen können. »Ich weiß beim besten Willen nicht, wer auf die Idee mit den 50 Cent gekommen ist. Die sind für mich wild gegriffen und vollkommen indiskutabel«, sagte Georg Kippels. Auch Dirk Heidenblut möchte in diesem Punkt beim geplanten Lieferengpass-Gesetz der Bundesregierung noch einmal nachjustieren: »Ich weiß nicht, warum diese 50 Cent gegriffen wurden. Da müssen wir hinschauen und auch bei dem gesamten Gesetz nochmal hinschauen«, sagte er. FDP-Gesundheitspolitiker Andre Ullmann ist jedoch der Meinung, dass pharmazeutische Beratung und Leistung entsprechend belohnt werden sollen. Die Expertinnen und Experten aus den Regierungsfraktionen waren sich einig, dass die Pauschale noch Gegenstand einiger politischer Diskussionen sein wird. Die Apothekerin Anne-Kathrin Haus hatte zum Schluss noch eine Bitte an die Politiker: »Kommen Sie zu uns in die Apotheke. Wir sind nicht an der Belastungsgrenze, sondern weit darüber hinaus«. 

Hier können Sie die gesamte Diskussion anschauen:

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