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ZNS-Lymphchirurgie
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Alzheimer einfach wegoperieren?

Eine experimentelle mikrochirurgische Operation zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit sorgt international für Aufsehen, aber auch für erhebliche Kontroversen. Die Maßnahme verbindet Lymphgefäße im Hals mit benachbarten Venen, um den Abtransport von Stoffwechselprodukten zu verbessern. Allerdings mangelt es noch an Evidenz, die einen so schwerwiegenden Eingriff rechtfertigt.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 17.08.2026  16:20 Uhr
Studienergebnisse noch widersprüchlich

Studienergebnisse noch widersprüchlich

Die bisher publizierten Studien liefern ein widersprüchliches Bild. Mehrere kleine Untersuchungen mit insgesamt einigen Hundert Patienten berichten über moderate Verbesserungen kognitiver Testwerte sowie sinkende Konzentrationen von Amyloid-β und τ im Liquor. Einzelne Patienten zeigen außergewöhnlich starke klinische Verbesserungen, die sich jedoch bislang nicht konsistent reproduzieren lassen.

Bildgebende Verfahren deuten auf Veränderungen funktioneller Hirnnetzwerke und eine verbesserte zerebrale Drainage hin, erlauben jedoch keine Aussage darüber, ob tatsächlich der Krankheitsverlauf beeinflusst wird. Zudem berichten Kliniker, dass mögliche Verbesserungen häufig nur vorübergehend seien und innerhalb eines Jahres wieder nachließen.

Besonders kontrovers wird diskutiert, dass manche Patienten bereits wenige Tage nach der Operation deutliche klinische Veränderungen zeigen. Zahlreiche Wissenschaftler halten einen derart raschen Effekt auf die Alzheimer-Pathologie für biologisch schwer erklärbar.

Als alternative Mechanismen werden eine kurzfristige Druckentlastung, eine verbesserte Entfernung entzündlicher Mediatoren oder ein schnellerer Abtransport löslicher Proteinformen diskutiert. Ein belastbarer Wirkmechanismus konnte bislang jedoch nicht nachgewiesen werden. Auch die operative Technik selbst variiert erheblich zwischen den Zentren, was zusätzliche Unsicherheiten hinsichtlich Standardisierung und Reproduzierbarkeit schafft.

Klinische Studien zwischenzeitlich auch außerhalb Chinas

Die internationale Forschung reagiert inzwischen mit kontrollierten Studien. In China laufen mehrere randomisierte Untersuchungen mit bis zu 376 Teilnehmern, teilweise einschließlich Scheinoperationen zur Kontrolle möglicher Placeboeffekte. Parallel wurden Studien in den USA, Europa sowie einigen asiatischen Ländern gestartet. Ziel ist es, Sicherheit, Wirksamkeit, geeignete Patientengruppen und mögliche Biomarker für ein Therapieansprechen systematisch zu evaluieren.

Ungeachtet des wissenschaftlichen Interesses bleibt die Methode innerhalb der Alzheimer-Forschung umstritten. Führende Demenzexperten weisen darauf hin, dass die Evidenz derzeit weit hinter der Datenlage etablierter medikamentöser Therapien zurückbleibt (auch wenn diese bislang nur moderate Erfolge verzeichnen können).

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der Fall durch die ungeklärte Inhaftierung des Entwicklers Qingping Xie in China, deren Hintergründe bislang offiziell nicht erläutert wurden. Gleichzeitig berichten einzelne Operateure weiterhin über eindrucksvolle Behandlungserfolge, die ihre Skepsis in vorsichtigen Optimismus verwandelt haben.

Ob die dcLVA tatsächlich eine neue therapeutische Option gegen Alzheimer darstellt oder lediglich außergewöhnliche Einzelfälle hervorbringt, werden erst die laufenden randomisierten Studien zeigen.

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