Dieser Rückzug trifft die Union in einer ohnehin aufgewühlten Phase – die katastrophalen Ergebnisse bei den jüngsten Landtagswahlen, die Spekulationen über die Zukunft von Kanzler Merz und zuletzt die »Strandkorb«-Affäre des Staatsministers im Kanzleramt, Philipp Amthor: Alles und jedes scheint sofort maximale Umdrehungen nach sich zu ziehen, ohne dass die CDU ein Rezept dagegen findet.
Immerhin gibt es Ratschläge von der SPD, mit der die Union gerade über die Einzelheiten der Sozialreformen streitet. So riet der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Dirk Wiese, der Union zu mehr Fingerspitzengefühl bei ihren Entscheidungen. »Bei Personal- und anderen Entscheidungen schadet es manchmal nicht, wenn man zukünftig zwei Nächte drüber schläft«, sagte Wiese der »Rheinischen Post«. Er sagte auch: »Die Bürgerinnen und Bürger haben ein gutes Gespür dafür, was in die Zeit passt und was gar nicht geht.«
Die Grünen-Haushälterin Paula Piechotta kommentierte in derselben Zeitung kühl: »Es ist ein Zeichen funktionierender politischer Hygiene, dass Jens Spahn jetzt – ohne an einer Sitzung teilgenommen zu haben – wieder aus dem Haushaltsausschuss rausgeht.«