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Apothekerkammer Saarland
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Aktionsbündnis soll Versorgung verbessern

Die saarländische Apothekerschaft steht vor politischen und strukturellen Umbrüchen, wie auf der Delegiertenversammlung am Mittwochabend in Saarbrücken klar wurde – und setzt zugleich auf neue Kooperationsmodelle wie das »Aktionsbündnis Gesundheit Saarland«, um die Patientenversorgung zu verbessern.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 28.05.2026  14:45 Uhr

Aktionsbündnis Gesundheit Saarland

Ein gutes Verhältnis zu den Ärzten hält die Kammer dabei für entscheidend. »Bundesweit ist Verhältnis zwischen den Heilberufekammern eher schlecht«, sagte Wohlfeil. Im Saarland sei die Zusammenarbeit dagegen traditionell gut. Ein aktuelles Beispiel ist das Modellvorhaben »Aktionsbündnis Gesundheit Saarland«, an dem neben Apothekerkammer und -verband auch folgende Institutionen beteiligt sind:

  • Ärztekammer des Saarlandes,
  • Ärztekammer des Saarlandes – Abteilung Zahnärzte,
  • Facharztforum Saar,
  • Kassenärztliche Vereinigung Saarland,
  • Kassenzahnärztliche Vereinigung Saarland,
  • Psychotherapeutenkammer des Saarlandes,
  • Saarländische Krankenhausgesellschaft und der
  • Sozialverband VdK Saarland.

Das Bündnis wurde vor rund zwei Jahren gegründet und setzt auf eine grundlegende Neuausrichtung des Gesundheitswesens mit einem primärärztlichen und hausapothekenzentrierten Ansatz, bei dem der Patient im Mittelpunkt steht.

»Ich denke, wir werden Meilensteine setzen«, sagte Wohlfeil, der das Projekt bei der Delegiertenversammlung ausführlich vorstellte. »Die Interessen zwischen den verschiedenen Heilberuflern gehen teilweise diametral auseinander. Wir haben uns jetzt aber auf einige Kernpunkte geeinigt.«

Ein zentraler Baustein: Ausgewählte Patienten mit definierten chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Hypercholesterinämie sollen ihre Medikamente unter bestimmten Voraussetzungen in der Apotheke ohne Rezept erhalten. Voraussetzung ist unter anderem eine seit mindestens einem Jahr stabile Medikation sowie ein Arztkontakt mindestens einmal im Jahr. Die Abgabe ist für maximal drei aufeinanderfolgende Quartale in der größten Packungsgröße geplant. Damit geht das »saarländische Hausapothekermodell« über den neuen § 48a AMG hinaus. Die Dokumentation soll in der elektronischen Patientenakte erfolgen.

Weitere Punkte, auf die sich die Mitglieder des Aktionsbündnisses geeinigt haben, sind die Abgabe von Arzneimitteln für bestimmte Indikationen im apothekerlichen Notdienst ohne Rezept zulasten der GKV, außerdem die Abgabe bestimmter Rx-Arzneimittel bei notdienstärztlichen Hausbesuchen. Wie dabei im Detail mit Securpharm umzugehen ist, müsse noch geklärt werden, so Wohlfeil.

Das Konzept ist noch kein geltendes Recht und befindet sich aktuell in der Abstimmung mit der Landespolitik. Wohlfeil kündigte an, sich am heutigen Donnerstag mit dem saarländischen Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) zu treffen, um ihm zunächst das Konzept der Chronikerversorgung in der Apotheke vorzustellen. »Wir müssen schauen, ob es bundesweit umgesetzt werden kann.«

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