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Saarländischer Apothekerverein
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»Qualität gibt es nicht zum Nulltarif«

Etwas mehr Honorar, aber keine nachhaltige Lösung: Der saarländische Apothekerverein (SAV) sieht die geplante Fixumserhöhung lediglich als vorübergehende Entlastung für die Apotheken. Bei seiner Mitgliederversammlung standen die wirtschaftliche Lage der Betriebe, der Abbau von Bürokratie und die Zukunft der Arzneimittelversorgung im Mittelpunkt.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 18.06.2026  17:30 Uhr
»Qualität gibt es nicht zum Nulltarif«

Die Zukunft der Apotheke vor Ort habe an Bedeutung gewonnen, betonte Susanne Koch, Vorsitzende des saarländischen Apothekervereins (SAV), bei der Mitgliederversammlung des SAV am Mittwochabend in Saarbrücken. »Dennoch müssen wir feststellen, dass viele strukturelle Probleme weiterhin ungelöst sind. Die Zahl der Apothekenschließungen bleibt auf hohem Niveau.« Bundesweit und auch im Saarland erlebe man einen schleichenden Rückzug von Versorgungsstrukturen – mit Folgen für Patienten und Heilberufler.

Viele Kollegen arbeiteten längst an der Grenze ihrer Belastbarkeit. »Es ist deshalb unsere gemeinsame Aufgabe, gegenüber der Politik weiterhin deutlich zu machen, dass es eine qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung nicht zum Nulltarif gibt«, betonte Koch.

Die Herausforderungen im Gesundheitswesen gingen jedoch weit über die Situation der Apotheken hinaus. »Die Probleme entstehen durch jahrelange Unterfinanzierung, überbordende Bürokratie und politische Entscheidungen, die oftmals zu weit von der Versorgungsrealität entfernt getroffen werden.« Gerade deshalb betrachte der SAV die aktuellen Diskussionen um die Verlagerung ärztlicher Leistungen in die Apotheken mit großer Aufmerksamkeit.

Der Patient im Mittelpunkt

Mit Blick auf die interprofessionelle Zusammenarbeit im Gesundheitssystem habe das Saarland mit dem »Aktionsbündnis Gesundheit Saarland« einen Weg eingeschlagen, der bundesweit Beachtung finde. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss verschiedener Akteure mit dem Ziel, die Gesundheitsversorgung zu verbessern, zu vereinfachen und den Patienten in den Mittelpunkt zu stellen. »Apotheker, Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten sowie weitere Experten sprechen hier mit einer gemeinsamen Stimme. Dieser saarländische Sonderweg ist ein starkes Signal«, betonte Koch.

Im Rahmen des Aktionsbündnisses soll es beispielsweise möglich werden, dass Patienten mit definierten chronischen Erkrankungen ihre Medikamente unter bestimmten Voraussetzungen in der Apotheke als N3-Packung ohne Rezept auf Kosten der GKV erhalten, erläuterte Geschäftsführer Carsten Wohlfeil. Er betonte, dass es sich dabei um medikationstechnisch »einfache« Patienten handele. Vorgesehen seien die Arzneimittelgruppen Antidiabetika, Antihypertensiva, Antikoagulanzien, Harnsäurespiegelsenker, Protonenpumpeninhibitoren, Schilddrüsenhormone und Statine.

Im Gegenzug hätten sich die Bündnispartner darauf verständigt, dass Ärzte bestimmte verschreibungspflichtige Arzneimittel bei notdienstärztlichen Hausbesuchen abgeben dürfen sollen. »Ganz ohne Schelte« von mehreren Seiten werde dieses Modellvorhaben nicht bleiben, doch man wolle hier im Sinne des Patienten handeln, betonte Wohlfeil.

»Wir müssen darauf achten, dass notwendige Kooperationen nicht in berufspolitische Konkurrenz münden«, stellte auch Koch dar. »Die Apotheke ist kein Ersatz für die Arztpraxis, genauso wenig wie die Arztpraxis die pharmazeutische Expertise der Apotheke ersetzen kann.« Vielmehr müssten Kompetenzen dort genutzt werden, wo sie den größten Nutzen für die Patienten entfalten.

Derzeit stehen der SAV und die Apothekerkammer des Saarlandes hierzu im Dialog mit dem Landesgesundheitsministerium, um das Vorhaben auf den Weg zu bringen. »Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass unsere Stimme gehört wird, wenn wir geschlossen auftreten. Es hat aber auch gezeigt, dass wir weiter Ausdauer, Geschlossenheit und Entschlossenheit benötigen«, so die SAV-Vorsitzende. Die Zukunft der Apotheken werde nicht allein in Berlin entschieden, sondern auch in den Kommunen und Ländern. »Das Saarland hat mit dem Aktionsbündnis Gesundheit vorgemacht, wie gemeinsames Handeln aussehen kann.«

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