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Schlafapnoe
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Abnehmspritze senkt Zahl der Atemaussetzer deutlich

Eine wöchentliche Spritze gegen Übergewicht könnte auch Menschen mit Schlafapnoe helfen. In zwei großen Phase-III-Studien reduzierte das noch nicht zugelassene Retatrutid die nächtlichen Atemaussetzer deutlich stärker als Placebo. Auch beim Körpergewicht zeigten sich erhebliche Effekte.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 28.10.2026  18:00 Uhr

Retatrutid gehört zu einer neuen Generation von Wirkstoffen zur Gewichtsreduktion. Anders als bisherige GLP-1-basierte Medikamente wie Semaglutid oder das Twinkretin Tirzepatid aktiviert Retatrutid gleich drei Rezeptoren: GLP-1, GIP und Glukagon. Der sogenannte Triple-Agonist wird einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt.

Für die beiden im »New England Journal of Medicine« veröffentlichten Studien TRIUMPH-1-OSA und TRIUMPH-2-OSA untersuchten Forschende insgesamt 691 Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer obstruktiver Schlafapnoe (OSA) und einem Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 27 kg/m². Davon hatten 448 Teilnehmer einen Typ-2-Diabetes, während 243 nicht daran erkrankt waren. Primärer Endpunkt der Studien war die Änderung im Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) im Vergleich zum Ausgangswert nach 80 Wochen.

AHI-Senkung nach 80 Wochen

Der AHI gilt als zentraler Parameter zur Beurteilung der Schlafapnoe. Er gibt an, wie häufig es während einer Schlafstunde zu Atemaussetzern oder einer deutlichen Verringerung des Atemflusses kommt. Je höher der Wert, desto schwerer ist in der Regel die Erkrankung. Zu Beginn lag der Wert in den Studien bei durchschnittlich 58,6 beziehungsweise 55,9 Ereignissen pro Stunde.

Nach 80 Wochen zeigte sich ein deutlicher Behandlungseffekt. Bei den Teilnehmern ohne Diabetes sank der AHI unter einer wöchentlichen Retatrutid-Dosis von 9 mg durchschnittlich um 34,3 Ereignisse pro Stunde, unter 12 mg Retatrutid um 31,7 Ereignisse pro Stunde. In der Placebogruppe betrug der Rückgang lediglich 9,9 Ereignisse.

Auch bei den Teilnehmern mit Typ-2-Diabetes war die Behandlung wirksam. Unter 9 mg Retatrutid verringerte sich der AHI um 24,7 Ereignisse pro Stunde und unter 12 mg Retatrutid um durchschnittlich 25,4 Ereignisse pro Stunde, gegenüber 10,3 weniger Ereignissen unter Placebo.

Deutliche Gewichtsreduktion

Neben der Verbesserung der Schlafapnoe beobachteten die Forschenden eine ausgeprägte Gewichtsreduktion. Bei den Teilnehmern ohne Diabetes sank das Körpergewicht je nach Retatrutid-Dosis im Durchschnitt um 12,5 bis 22,2 Prozent. In der Placebogruppe waren es 4,8 Prozent. Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes lag die Gewichtsabnahme unter Retatrutid zwischen 12,1 und 18,5 Prozent, verglichen mit 5,6 Prozent unter Placebo.

Die Ergebnisse sind insbesondere deshalb relevant, weil Übergewicht und Adipositas zu den wichtigsten Risikofaktoren für eine OSA gehören.

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse unter Retatrutid betrafen den Magen-Darm-Trakt. Entsprechende Beschwerden sind auch von anderen Medikamenten bekannt, die in den GLP-1-Signalweg eingreifen. Ebenso ist es beim Twinkretin Tirzepatid.

Festzuhalten bleibt, dass Retatrutid sich weiterhin in der klinischen Entwicklung befindet und noch nicht zugelassen ist. Zudem bleibt zu klären, wie sich die Therapie mit dem Triple-Agonisten langfristig auf klinisch relevante Folgeerkrankungen der Schlafapnoe auswirkt.

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