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Ende der Bürgertests

ABDA fordert Hamburger Modell beim Testen

Hinsichtlich des baldigen Endes der kostenfreien Coronavirus-Schnelltests fordert die ABDA Änderungen der Spielregeln. Sie pocht darauf, dass es die Tests und offiziellen Covid-19-Testzertifikate künftig nur noch von Gesundheitseinrichtungen, also Arztpraxen oder Apotheken, geben sollte. In Hamburg wird dies ab Montag bereits so gehandhabt. 
Charlotte Kurz
08.10.2021  11:36 Uhr

In drei Tagen werden die kostenfreien Bürgertests für die meisten Personen enden. Ab dem 11. Oktober tritt eine entsprechende Änderung der Coronavirus-Testverordnung in Kraft. Zwar planen nach Informationen der PZ viele Apotheken ab nächster Woche dennoch weitertesten zu wollen, allerdings ändern sich die Bedingungen – der Mehraufwand für die Pharmazeuten wird in jedem Fall steigen.

Die ABDA fordert deshalb andere Regeln. »Die Tests und Testzertifikate sollte es zukünftig nur noch in Gesundheitseinrichtungen, also vornehmlich in der Apotheke oder Arztpraxis, geben. Erstens werden sie dort qualitätsgesichert durchgeführt. Zweitens würde die Konzentration auf diese Einrichtungen verhindern, dass viele von ihnen die Tests einstellen oder Selbstzahlern nur noch sehr teuer anbieten können«, betonte die ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening am Freitag. Denn wenn die Nachfrage sinke, könnte es zu einer starken Ausdünnung des Testangebots kommen. Dies sei jedoch zu verhindern, da für Menschen die noch nicht geimpft seien oder nicht geimpft werden können, weiterhin ein wohnortnahes Testangebot benötigt werde, so die ABDA. Das Betreiben sei aber wegen der Raum- und Personalkosten aufwändig. Nur wenn die Nachfrage hoch genug sei, dann können Tests zu akzeptablen Kosten angeboten werden. Zudem empfiehlt Overwiening, dass Apotheken ihr Testangebot auf bestimmte Tageszeiten beschränken könnten. Das helfe zusätzlich, die Kosten im Zaum zu halten.

Die Konzentration der Tests und Testzertifikate auf bestimmte Einrichtungen wird bereits ab Montag in Hamburg zur Realität. Dort sollen künftig nur noch Covid-19-Testzertifikate von Gesundheitsinstitutionen wie Arztpraxen und Apotheken akzeptiert werden. Dieses Vorgehen würde die ABDA demnach bundesweit begrüßen.

Overwiening zeigt sich dennoch hoffnungsvoll: »Ich bin optimistisch, dass wir ein flächendeckendes Testangebot der Apotheken auch für die kommenden Monate aufrecht erhalten können – aber eben nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.« Derzeit testen bundesweit laut ABDA-Angaben noch 4400 Apotheken. Der Höchststand lag im Frühsommer bei rund 6000 Apotheken.

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