| Johanna Hauser |
| 05.10.2026 15:00 Uhr |
Wie bereits in der Vorsaison überschnitten sich Phasen erhöhter SARS-CoV-2-Aktivität kaum mit den Grippe- und RSV-Wellen. Ab Spätsommer 2025 nahm die Coronavirus-Zirkulation langsam zu und ging noch vor dem Jahreswechsel wieder zurück.
Sowohl die SARS-CoV-2-Aktivität als auch die Covid-19-Krankheitslast lagen unter den Werten der beiden Vorjahre. Das RKI schätzt für die Saison 2025/26 rund 15 Millionen SARS-CoV-2-bedingte Atemwegserkrankungen und etwa 22.000 Covid-19-assoziierte SARI-Fälle.
Schwere Verläufe betrafen alle Altersgruppen, traten jedoch deutlich häufiger bei älteren Menschen auf. Mehr als 80 Prozent der Covid-19-SARI-Fälle entfielen auf Personen ab 60 Jahren. Rund 14 Prozent der Patienten benötigten eine intensivmedizinische Behandlung.
Im Beobachtungszeitraum dominierten nahezu ausschließlich von Omikron JN.1 abstammende Viruslinien. 2026 wurde vor allem die Variante NB.1.8.1 nachgewiesen.
Die RSV-Welle begann in der zweiten KW 2026 und dauerte 14 Wochen. Die virologische Aktivität erreichte ihren Höhepunkt in KW 7 und damit nahezu zeitgleich mit der Grippewelle. Dennoch blieb die Gesamtbelastung des Gesundheitssystems unter den Werten der Vorsaisons.
Die RSV-Aktivität war etwas höher als im Vorjahr und insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern bis vier Jahren erhöht. Insgesamt ist die RSV-Krankheitslast seit der STIKO-Empfehlung für den monoklonalen Antikörper Nirsevimab bei Säuglingen jedoch deutlich zurückgegangen.
Der Höchstwert der Erkrankungsinzidenz wurde mit rund 900.000 Erkrankungen in KW 10 registriert. Für die Dauer der RSV-Welle schätzt das RKI insgesamt etwa 7,9 Millionen RSV-bedingte Atemwegserkrankungen.