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Moderna

Zytomegalie-Impfung in Phase II erfolgreich

Das US-Unternehmen Moderna hat einen umfassenden Überblick über seine klinischen Studien gegeben. Neben einem der fortgeschrittensten Covid-19-Impfstoffkandidaten hat es weitere viel versprechende mRNA-basierte Medikamente in der Klinik, darunter ein CMV-Impfstoff.
Daniela Hüttemann
18.09.2020  16:00 Uhr

mRNA-1273 lautet das Kürzel eines Hoffnungsträgers im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Wie das Biotech-Unternehmen Moderna mit Sitz in Cambridge, Massachusetts, am Donnerstag mitteilte, seien mittlerweile 25.296 der geplanten 30.000 Studienteilnehmer in die Phase-III-Studie COVE (Coronavirus Efficacy) aufgenommen (NCT04470427). Die Studie war am 27. Juli gestartet. Rund 10.000 haben bereits die zweite Impfdosis erhalten. Zugleich veröffentlichte das Unternehmen das Studienprotokoll, um Transparenz und Glaubwürdigkeit zu erhöhen. Angaben, bis wann mit ersten Ergebnissen oder einem Zulassungsantrag zu rechnen ist, machte Moderna noch nicht.

Es hat noch weitere mRNA-basierte Impfstoffe und Therapeutika im Portfolia. Am weitesten fortgeschritten ist eine Vakzine gegen das Zytomegalie-Virus (CMV), das zur Familie der Herpesviren gehört. Dabei handelt es sich um ein sehr weit verbreitetes Virus, mit dem sich fast jeder im Lauf seines Lebens infiziert und das latent im Körper verbleibt. Meist verläuft die Infektion asymptomatisch; gefährlich kann es jedoch für Immunsupprimierte wie Aids-Patienten werden sowie für Babys, die sich während der Geburt infizieren. In den USA gilt CMV als eine der Hauptursachen für Geburtsschäden mit schätzungsweise 25.000 betroffenen Babys pro Jahr. In Deutschland geht man von 600 bis 800 Kindern mit bleibenden Schäden pro Jahr aus. Bislang gibt es noch keine Impfung.

Modernas Impfstoff mRNA-1647 lieferte nun positive Zwischenergebnisse einer placebokontrollierten Phase-II-Studie (NCT04232280). Daran nahmen 252 Patienten im Alter zwischen 18 und 40 Jahren teil, aber noch keine Schwangeren. Ein Teil der Probanden war CMV-seropositiv, der andere negativ. In der Studie ging es darum, Sicherheit und Immunogenität des Impfstoffs genauer zu untersuchen. Die Probanden erhielten zwei Impfungen in steigender Dosierung. Bei den CMV-seronegativen Probanden fanden sich danach mindestens zwölfmal so hohe Titer neutralisierender Antikörper als bei den CMV-seropositiven Probanden vor deren erster Impfung. Bei ihnen wiederum fanden die Forscher nach der zweiten Impfung 32-mal mehr neutralisierende Antikörper als vor dem Impfen.

Häufigste Nebenwirkungen waren Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Fatigue und Muskelschmerzen. Schwerwiegende Ereignisse traten nicht auf. Die 100-µg-Dosis soll nun in einer Phase-III-Studie zeigen, ob sie wirklich vor einer Übertragung schützt. Die Studie soll im kommenden Jahr beginnen.

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