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Seltene Impfnebenwirkung
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Zwei Immunsignalmoleküle wohl für Myokarditis verantwortlich

Die mRNA-basierten Covid-19-Impfstoffe können in seltenen Fällen Myokarditis auslösen. Ein Forschungsteam aus Kalifornien hat jetzt zwei Zytokine identifiziert, die für die Nebenwirkung verantwortlich sein könnten. Die Erkenntnisse klären auch, warum vor allem junge Männer betroffen sind.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 11.12.2025  16:20 Uhr

Estrogene verhindern die Nebenwirkung

Auch das Rätsel, warum diese Nebenwirkung vor allem bei jungen Männern beobachtet wird, konnten die Forschenden lösen: Offenbar haben weibliche Sexualhormone eine Schutzwirkung. Wenn das Team die Zellen oder die Mäuse mit dem in Sojabohnen vorkommendem Phytoestrogen Genistein behandelten, was die entzündungshemmenden Wirkungen von Estrogen nachahmt, verhinderte dies Gewebeschäden sowohl bei den Mäusen als auch bei menschlichen Herzsphäroiden. Die Wirksamkeit des Impfstoffs blieb jedoch erhalten.

In Folgestudie wollen die Forschenden prüfen, ob Genistein zu einer präventiven Behandlung entwickelt werden kann. Allerdings scheint jetzt schon klar zu sein, dass kommerziell erhältliche Genistein-Nahrungsergänzungsmittel hierzu nicht geeignet sind, da die Dosierung zu gering ist.

Die Publikation erscheint in Zeiten heftiger politischer Diskussionen in den USA

Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem mRNA-Impfstoffe von der aktuellen US-Regierung unter die Lupe genommen werden. Die Regierung unter dem Präsidenten Donald Trump hatte im August Forschungsverträge für mRNA-Impfstoffe im Wert von etwa 500 Millionen Dollar gekündigt, wie in einem Bericht auf der Biotech-News-Plattform »STAT« zu lesen ist. Zudem untersucht die FUS-Zulassungsbehörde FDA potenzielle impfstoffbedingte Todesfälle in mehreren Altersgruppen, wobei hochrangige Beamte davon ausgehen, dass mindestens zehn Kinder möglicherweise an einer durch den Impfstoff verursachten Herzmuskelentzündung gestorben sind, obwohl Experten dies aufgrund fehlender detaillierter Daten infrage gestellt haben.

Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) weisen aktuell darauf hin, dass eine Covid-19-Infektion selbst Myokarditis mit deutlich höheren Raten auslöst als eine Impfung – etwa 1500 Fälle pro eine Million Covid-19-Patienten. Zudem sind die Fälle, die durch eine Infektion verursacht werden, in der Regel auch schwerwiegender als solche, die durch eine Impfung ausgelöst werden

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