| Laura Rudolph |
| 29.05.2026 15:30 Uhr |
Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 7,9 Jahre. Während dieses Zeitraums entwickelten 5544 Teilnehmende eine Hypertonie und 2450 eine kardiovaskuläre Erkrankung. Nahezu alle Teilnehmenden (99,5 Prozent) nahmen regelmäßig Konservierungsstoffe auf. Insgesamt wurden 58 verschiedene Substanzen erfasst, besonders häufig Zitronensäure (91,3 Prozent), Sulfite (83,5 Prozent), Ascorbinsäure (83,0 Prozent) und Natriumnitrit (73,3 Prozent).
Eine hohe Aufnahme nicht antioxidativer Konservierungsstoffe, beispielsweise Sorbate und Nitrite, war mit einem um 29 Prozent erhöhten Risiko für Hypertonie sowie mit einem um 16 Prozent erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen assoziiert. Antioxidative Konservierungsstoffe wie Ascorbate oder Erythorbate waren vor allem mit einem erhöhten Hypertonierisiko verbunden (+22 Prozent).
Von den 17 häufig konsumierten Zusatzstoffen waren acht mit einem erhöhten Hypertonierisiko assoziiert: Sorbate (inklusive Kaliumsorbat/E202), Sulfite (insbesondere Kaliummetabisulfit/E224), Nitrite (vor allem Natriumnitrit/E250), Ascorbate (unter anderem Ascorbinsäure/E300 und Natriumascorbat/E301), Erythorbate (insbesondere Natriumerythorbat/E316), Zitronensäure (E330) sowie Rosmarinextrakte (E392). Die stärksten Zusammenhänge zeigten sich für Sorbate mit einem um etwa 39 Prozent erhöhten Risiko sowie für Zitronensäure mit einem um 25 Prozent erhöhten Risiko.
Außerdem war Ascorbinsäure mit einem um 15 Prozent erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen assoziiert.
Die Studie kann aufgrund ihres Beobachtungsdesigns keine kausalen Zusammenhänge belegen. »Die Ergebnisse basieren jedoch auf sehr detaillierten Daten, und wir haben Störfaktoren berücksichtigt, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen oder senken können. Experimentelle Forschungsergebnisse in der Literatur deuten durchweg darauf hin, dass Konservierungsstoffe oxidativen Stress im Körper verursachen oder die Funktion der Bauchspeicheldrüse beeinträchtigen können«, kommentiert Seniorautorin Dr. Mathilde Touvier in einer Pressemitteilung.
Diese Ergebnisse stützen bestehende Empfehlungen, so die Forscherin, unverarbeitete und wenig verarbeitete Lebensmittel zu bevorzugen und Zusatzstoffe zu vermeiden.