Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Konservierungsstoffe
-
Zusätze können Herz und Kreislauf schaden

Zusätze wie Zitronensäure, Sulfite und Ascorbinsäure finden sich in vielen verarbeiten Lebensmitteln. Eine hohe Zufuhr könnte einer französischen Beobachtungsstudie zufolge signifikant das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen. 
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 29.05.2026  15:30 Uhr
Zusätze können Herz und Kreislauf schaden

In einer aktuellen Beobachtungsstudie hat ein Forschungsteam um Anaïs Hasenböhler von der Sorbonne Université in Paris untersucht, wie sich der Konsum von Konservierungsstoffen auf das Herz-Kreislauf-Risiko auswirkt. Es sei die erste Studie, die diesen Zusammenhang beim Menschen analysiert, schreiben die Autoren. Die Ergebnisse sind kürzlich im »European Heart Journal« erschienen. Demnach scheinen bestimmte Zusatzstoffe das Risiko für Bluthochdruck und kardiovaskuläre Erkrankungen signifikant zu erhöhen.

Die Studie basiert auf der prospektiven französischen Online-Kohorte »NutriNet-Santé«, die seit 2009 Ernährungs- und Gesundheitsdaten von Erwachsenen erhebt. Alle sechs Monate hatten die Studienteilnehmer in validierten Fragebögen detaillierte Angaben darüber gemacht, was sie in den letzten 24 bis 72 Stunden gegessen und getrunken hatten, inklusive Markennamen bei verarbeiteten Lebensmitteln. In die aktuelle Analyse wurden 112.395 Teilnehmende ohne bestehende kardiovaskuläre Erkrankung eingeschlossen (Frauenanteil: 78,7 Prozent).

Mittels Produktdatenbanken, Informationen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und Laboranalysen erfasste das Forschungsteam, welche und wie viele Konservierungsstoffe die Teilnehmenden über verarbeitete Lebensmittel aufgenommen hatten. Auch Änderungen von Rezepturen im Zeitverlauf wurden berücksichtigt. Untersucht wurden sowohl die Gesamtaufnahme von Konservierungsstoffen als auch einzelne Stoffgruppen. Außerdem ermittelten die Forschenden mithilfe von Daten aus Krankenversicherungen und Gesundheitsregistern, welche Personen bis Ende 2024 eine Herz-Kreislauf-Erkrankung entwickelten.

Um mögliche Zusammenhänge zwischen der Zufuhr von Konservierungsstoffen und dem Herz-Kreislauf-Risiko zu untersuchen, nutzten die Forschenden multivariable Cox-Modelle. Dabei berücksichtigten sie potenzielle Störfaktoren wie Lebensstil, Ernährungsqualität und demografische Merkmale.

Mehr von Avoxa