Camizestrant soll bei Patienten mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit ESR1‑Mutation zum Einsatz kommen. / © Getty Images/ praetorianphoto
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat den selektiven Estrogenrezeptor-Degrader und -Antagonisten Camizestrant zur Zulassung empfohlen. Das Präparat von Astra-Zeneca trägt den Namen Etcamah® und soll als Filmtabletten mit 75 mg Wirkstoffgehalt auf den Markt kommen.
Camizestrant ist indiziert in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor zur Behandlung von Erwachsenen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs nach Nachweis einer ESR1-Mutation, sofern unter einer endokrinen Erstlinientherapie in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor noch keine Krankheitsprogression aufgetreten ist. Während der Prä- und Perimenopause sowie bei Männern soll zusätzlich zu Camizestrant und CDK4/6-Inhibitor ein GnRH-Analogon oder -Blocker angewandt werden.
Patientinnen und Patienten, bei denen unter einer Erstlinientherapie mit Aromatasehemmer plus CDK4/6-Inhibitor eine ESR1-Mutation nachgewiesen wurde und die anschließend auf Camizestrant umgestellt wurden, zeigten ein verlängertes progressionsfreies Überleben, berichtet die EMA.
Die häufigsten Nebenwirkungen umfassten Blutbildveränderungen wie Neutropenie, Leukopenie und Anämie, außerdem gastrointestinale Beschwerden wie Durchfall und Übelkeit. Weiterhin traten Sehstörungen, Infektionen, Fatigue und Bradykardie auf.
Nun muss die Europäische Kommission abschließend über die Zulassung entscheiden. In der Regel ist dies Formsache, da sie meist den Empfehlungen der EMA folgt.