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Covid-19

Zulassung für Dexamethason beantragt

Bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) ist ein Zulassungsantrag für Dexamethason bei Covid-19 eingegangen. Eine positive Entscheidung der EMA ist wahrscheinlich und dürfte schnell gehen, denn die Behörde ist vorbereitet.
Annette Rößler
02.09.2020  17:30 Uhr

Die Gabe des Corticosteroids Dexamethason kann bei hospitalisierten Covid-19-Patienten die Mortalität senken. Besonders profitieren beatmete Intensivpatienten. Das zeigen vorläufige Ergebnisse der RECOVERY-Studie, die im Juli im »New England Journal of Medicine« erschienen.

Angesichts dieser sehr guten Datenlage ist es fast ein wenig erstaunlich, dass es so lange gedauert hat, bis ein Hersteller eines Dexamethason-Präparats die Zulassung bei der EMA beantragte. Beinahe hätte man vermuten können, dass keiner sich die Mühe macht, denn die Verwendung des Corticosteroids in der Intensivmedizin ist ohnehin an der Tagesordnung – auch ohne explizite Zulassung bei Covid-19. Doch nun hat die Firma Taw die Zulassung zur Behandlung von hospitalisierten erwachsenen Patienten mit Covid-19 beantragt, wie die EMA heute informierte.

Um sich über den Einsatz von Dexamethason bei Covid-19 eine Meinung zu bilden, habe man bereits vor dem Eingang des Antrags von Taw damit begonnen, die RECOVERY-Ergebnisse zu sichten, teilt die EMA mit. Diese Vorarbeit werde man bei der Bearbeitung des Zulassungsantrags berücksichtigen. Die Prüfung des Antrags, die ohnehin in einem beschleunigten Verfahren erfolgt, dürfte damit noch rascher erfolgen.

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