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Fallberichte

Zoster-artige Läsionen nach Shingrix-Impfung

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft berichtet über Spontanmeldungen zum Herpes-zoster-Impfstoff Shingrix. Demnach kam es in einigen Fällen im zeitlichen Zusammenhang zu einer Gürtelrose beziehungsweise Zoster-artigen Ausschlägen.
Daniela Hüttemann
26.06.2020
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In der aktuellen Ausgabe des »Deutschen Ärzteblatts« diskutiert die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), ob ein kausaler Zusammenhang zwischen der Immunisierung und den Hauterscheinungen bestehen könnte und falls Ja, welche Pathomechanismen zugrunde liegen könnten. Der Herpes-zoster-Impfstoff Shingrix® von Glaxo-Smith-Kline (GSK) ist seit Mitte 2018 in Deutschland auf dem Markt. Es handelt sich um einen adjuvantierten Subunit-Totimpfstoff, der als Impfantigen rekombinantes Glykoprotein E des Varizella-Zoster-Virus (VZV) enthält. Er soll verhindern, dass es zu einer Reaktivierung des Virus in Form einer Gürtelrose kommt. Dafür steigt das Risiko mit zunehmendem Alter, da das Immunsystem nachlässt und das in Nervenzellen persistierende VZV nicht mehr kontrollieren kann. Zugelassen ist Shingrix für Personen ab einem Alter von 50 Jahren.

Shingrix gilt als besser wirksam als der attenuierte Lebendimpfstoff Zostavax®. Entsprechend hoch war nach der Markteinführung die Nachfrage. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Shingrix für alle Personen ab 60 Jahren sowie bei Personen ab 50 Jahren, bei denen eine Immunsuppression oder andere schwere Grunderkrankung bestehen. In den Fachinformationen werden Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag, Urtikaria und Angioödem als seltene Nebenwirkung aufgeführt. Zoster-ähnliche Läsionen oder Herpes zoster werden dort bislang nicht aufgeführt. Die AkdÄ stellt nun folgende zwei Fallbeispiele im »Deutschen Ärzteblatt« vor:

Insgesamt seien der AkdÄ zwischen Januar und August 2019 zehn Verdachtsfälle von Herpes zoster oder Zoster-artigen Hautläsionen im engen zeitlichen Zusammenhang zur Shingrix-Impfung gemeldet worden. Daraufhin wurde eine Drug-Safety-Mail verschickt. Es folgten 43 weitere Berichte. Bei 80 Prozent dieser Fälle trat die unerwünschte Wirkung nach der ersten der zwei notwendigen Impfungen auf. Im Median lagen zwischen Impfung und Auftreten der Hautreaktion 14 Tage mit einer erheblichen Spanne zwischen einem Tag und mehreren Monaten, berichtet die AkdÄ.

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