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Stillen
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Zehn Mythen im Check

Wer sein Kind an der Brust ernährt, sollte weder Zwiebeln noch Kohl essen? Und mit Brustimplantaten können Frauen Stillen vergessen? Fachleute ordnen ein, was an solchen Mythen dran ist.
AutorKontaktdpa
Datum 24.09.2026  11:30 Uhr
Mythos 4: »Wird ein Kind zu lange gestillt, ist das schlecht für seine Psyche.«

Mythos 4: »Wird ein Kind zu lange gestillt, ist das schlecht für seine Psyche.«

»Nein, das ist völlig falsch«, sagt Jakob Maske. Jedes Kind und jede Stillbeziehung ist individuell. So manches lehne die Brust irgendwann ab, andere Kinder zeigen viel Ausdauer. Kinderärzte empfehlen das Stillen, solange es Kind und Mutter möchten.

Mythos 5: »Die Mutter darf nicht stillen, wenn sie krank ist.«

»Würde das stimmen, würde das bei voll gestillten Kindern die komplette Ernährung auf den Kopf stellen«, sagt Jakob Maske. Bei den allermeisten Erkrankungen können Frauen problemlos weiter stillen.

Das gilt bei Grippe genauso wie bei Corona oder Magen-Darm-Infekten. Die Viren, die diese Krankheiten auslösen, werden nämlich nicht über die Muttermilch übertragen. Immer wichtig, im Krankheitsfall aber noch etwas mehr: Die Mutter sollte sich vor dem Stillen gründlich die Hände waschen.

Nur in wenigen Ausnahmen müssen Frauen aufs Stillen verzichten. So ein Fall liegt beispielsweise vor, wenn die Mutter sich in einer Krebstherapie befindet.

Mythos 6: »Premilch taugt doch nichts«

»Verteufeln sollte man sie auf keinen Fall«, sagt Jakob Maske. Die Premilch sei der Muttermilch angepasst und bilde »eine wahnsinnig gute Alternative für Familien«.

Eine komplette Kopie der komplexen Muttermilch ist Premilch zwar nicht. Dennoch: Diese industriell hergestellte Neugeborenen-Nahrung für Fläschchen enthalte Maske zufolge alle notwendigen Nähr- und Mineralstoffe und unterliege in Europa strengsten Kontrollen.

Mythos 7: »Manche Frauen haben einfach zu wenig Milch.«

»Eine zu geringe Milchbildung kann in seltenen Fällen vorkommen«, sagt Kathrin Herold. »Das ist aber niemals die Norm und sollte immer abgeklärt werden.«

Die häufigsten Ursachen hinter der Annahme, zu wenig Milch zu haben, sei zu seltenes Anlegen oder ein zu ineffektives Saugen des Babys. Beides könne laut Herold behoben werden. Selten spielten medizinische Faktoren wie veränderte Schilddrüsenwerte eine Rolle.

Mythos 8: »Es ist normal, dass Stillen wehtut.«

»Anfangs kann das Stillen unangenehm für die Mutter sein«, sagt Kathrin Herold. Aber anhaltender oder starker Schmerz sei immer ein Warnzeichen und sollte überprüft werden. »Meist ist das Kind nicht optimal angelegt oder es hat Saugprobleme.«

Hilfe bekommt die Mutter von einer Hebamme oder einer Stillberaterin mit IBCLC-Zertifikat.

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