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Digitale Verordnung

Zahnärzte haben bereits 2350 E-Rezepte getestet

Die verlängerte Testphase für das E-Rezept nutzen die Zahnärzte offenbar als Chance, sich mit dem neuen Verordnungsprozess vertraut zu machen. Wie die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) der PZ sagte, sind sie sogar »sehr aktiv«.
Jennifer Evans
17.02.2022  12:20 Uhr

Nach eigenen Angaben setzt sich die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) erst seit Kurzem dafür ein, dass möglichst viele Zahnarztpraxen die verlängerte Testphase für das E-Rezept nutzen, um Erfahrungen mit dem Prozess zu sammeln. Ende des vergangenen Jahres hatte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) die offizielle Einführung der digitalen Verordnung zum 1. Januar 2022 abgeblasen. Die Testergebnisse, die bis dato vorlagen, hielt das Ministerium für nicht aussagekräftig genug. Seitdem wird weiter getestet, bis das Prozedere möglichst fehlerfrei läuft.

Mit der ersten Resonanz aus den eigenen Reihen ist die KZBV zufrieden, wie sie auf Anfrage der PZ sagte. Das reicht ihr aber noch nicht: »Wir hoffen, dass die Zahl der teilnehmenden Zahnarztpraxen weiter wächst«, heißt es. Wie viele Praxen aktuell dabei sind, lässt sich aber nicht ermitteln. Denn demnach geben die Betriebskennzahlen des E-Rezept-Fachdiensts nur Aufschluss über die Anzahl erstellter beziehungsweise dispensierter E-Rezepte. Die Zahl beteiligter Zahnarztpraxen ist also damit nicht ersichtlich. Laut KZBV gibt es aber Indizien – nämlich, wie aktiv Zahnärzte einzelne zahnärztliche Primärsysteme nutzen. »Und hier zeigt sich, dass Zahnärzte bereits sehr aktiv sind – aktiver, als es die natürliche Relation zum Rezeptaufkommen bei Ärzten normalerweise erwarten lässt.«

Insgesamt haben die deutschen Zahnarzt-Praxen nach KZBV-Angaben bereits etwa 2350 E-Rezepte getestet. Das Testen ist auch unabhängig von den Gematik-Projekten möglich. Grundsätzlich steht es allen Praxen frei, E-Rezepte zu erstellen, beliefern und abzurechnen – sofern sie technisch dazu in der Lage sind. Zum Vergleich: Das Gematik-Dashboard verzeichnet aktuell rund 1600 erfolgreich eingelöste E-Rezepte.

Nähe zu Apotheken ist wichtig

Einen Überblick darüber, ob und wo es bei den Gematik-Testläufen bislang zu Problemen gekommen ist, hat die KZBV nicht. Ihre Aufgabe sei zwar, die Zahnarztpraxen beim Onboarding zu unterstützen. Aber viele Praxen hätten direkt ihre Praxisverwaltungssoftware-Hersteller kontaktiert, die sie bei der Pilot-Einrichtung begleiten, und die dann auch das entsprechende Feedback zu den Abläufen erhalten. So viel kann die KZBV aber dann doch sagen: »Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Hersteller die Rückmeldungen schnell umsetzen, so dass die Zahnarztpraxen, die jetzt in der Testphase dabei sind, direkt für Verbesserungen sorgen können.«

In einzelnen Regionen wie Schleswig-Holstein, Berlin, Dortmund und Heilbronn haben die Hersteller der Gematik demnach einige Zahnarztpraxen gemeldet, die sich aktiv an der Erprobung beteiligen. »Wichtig für Zahnarztpraxen ist, dass es Apotheken in der Nähe gibt, die E-Rezept-ready sind«, betonte die KZBV gegenüber der PZ.

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