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Hohe Temperaturen

Worauf Herzpatienten bei Hitze achten sollten

Hohe Außentemperaturen, wie sie zurzeit in Deutschland herrschen, belasten Herz und Kreislauf. Um gut durch die heißen Tage zu kommen, sollten Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen einige Ratschläge beherzigen.
Annette Rößler
19.07.2022  16:30 Uhr
Worauf Herzpatienten bei Hitze achten sollten

Wolkenloser Himmel und mehr als 30 Grad im Schatten – die einen mögen das, die anderen nicht. Unabhängig davon, ob man sich bei Hitze wohlfühlt oder nicht, stellen extrem hohe Außentemperaturen aber eine Belastung für das Herz-Kreislauf-System dar. Diese sollte man nicht unterschätzen, denn Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen können infolge von großer Hitze sogar sterben. 2014 ergab eine retrospektive Untersuchung von Mitarbeitern des Deutschen Wetterdienstes, dass in Hitzewellen 15 Prozent mehr Menschen an ischämischen Herzerkrankungen sterben als bei niedrigeren Temperaturen (»Climate«, DOI: 10.3390/cli2030133).

Warum ist das so? Der menschliche Körper produziert unabhängig von der Außentemperatur ständig Wärme, die er über die Haut an die Umgebung abgeben muss, um nicht zu überhitzen. Dies geschieht, indem sich die Blutgefäße weiten und die Durchblutung steigt, während gleichzeitig durch vermehrtes Schwitzen Verdunstungskühle entsteht. Bei eingeschränkter Herzleistung funktioniere das körpereigene Kühlsystem nicht mehr richtig, heißt es bei der Deutschen Herzstiftung. Die Wärme werde dann vom Kreislauf nur unter erheblicher Anstrengung und häufig auch nur unzureichend aus dem Körper transportiert. Im Extremfall droht sogar ein Hitzschlag.

Da über den Schweiß Flüssigkeit und Elektrolyte verloren gehen, sollte dieser Verlust bei Hitze durch eine bewusste Erhöhung der Trinkmenge ausgeglichen werden. Das gilt für jedermann, für Herzpatienten aber besonders. Wie viel man zusätzlich trinken sollte, hängt von den Temperaturen und der körperlichen Aktivität ab; als groben Anhaltspunkt nennt die Herzstiftung 1 bis 2 l Mineralwasser, Kräutertee oder verdünnte Fruchtsäfte. Patienten mit Herzinsuffizienz sollten mit ihrem Arzt besprechen, wie viel sie zusätzlich trinken sollten, und sich zur Kontrolle regelmäßig wiegen.

An Elektrolyten ist vor allem Kalium für die Herzfunktion wichtig. Die Herzstiftung rät daher zum Verzehr von Gemüsebrühe und kaliumreichen Obst wie Bananen, Aprikosen und Pfirsichen. Kalium gezielt supplementieren sollten Patienten dagegen nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt.

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